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Das globale Abenteuer läuft

07.09.2014 -IHF Super Globe: 28:22 – die SG bezwingt Brasiliens Meister

Am Freitagabend ist die SG Flensburg-Handewitt in Katar gelandet, am heutigen Nachmittag setzte sie eine erste sportliche Duftnote. Zum Auftakt des IHF Super Globe schlug der Champions League Sieger den panamerikanischen Vertreter HC Taubate mit 28:22 (12:9). „Es war ein uns völlig unbekannter Gegner in einem Umfeld, an das wir uns noch gewöhnen müssen", meinte SG Kapitän Tobias Karlsson nach dem Abpfiff. „Aber wir haben bereits gemerkt, dass wir in Katar alle Möglichkeiten haben, um ein gutes Turnier zu spielen."

Es sind schon besondere Impressionen, die in diesen Tagen auf den SG Clan einströmen. Die wichtigsten Parameter: ein Hotel mitten in den Wolkenkratzern von Doha, ein Gang zum Training im Wüstenklima und ein funkelnagelneuer „Qatar Handball complex" mit Trainingshallen, 40 Büros, Schwimmbad, Fitness-Studio und sogar einer Mini-Klinik. Besonders gefragt ist derzeit Betreuer Kay Bendixen, der immer bemüht ist, viel Obst, Nussmischungen und vor allem Wasser für die SG Asse zu besorgen. Bei Tagesspitzen von weit über 40 Grad ein absolutes Muss. „Die Leute hier sind nett, freundlich und sehr bemüht", lobte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Es klappt nicht immer alles perfekt, aber alles wird geregelt."

Als es heute Mittag gen Arena ging, war bereits klar, dass Lasse Svan pausieren würde. Eine leichte Zerrung. „Wir gehen kein Risiko", erklärte SG Coach Ljubomir Vranjes. Die Verantwortung auf Rechtsaußen übernahmen Bogdan Radivojevic und auch Lukas Blohme, der diesmal als einziger Nachwuchsmann zum Einsatz kam. Die SG nahm die Partie sehr ernst, operierte mit Tobias Karlsson und Jacob Heinl im Mittelblock. Im Angriff kurbelte Thomas Mogensen das Spiel an – zunächst mit Drasko Nenadic und Johan Jakobsson an seiner Seite.

Bereits nach dem 3:3 gelang es der SG, sich ein erstes Polster zu verschaffen. Katar lernte Schwedisch: Mattias Andersson parierte einen ersten Strafwurf, Johan Jakobsson donnerte den Ball zum 6:3 in die Maschen. Der brasilianische Meister hielt gut dagegen. Man konnte beobachten, dass am Zuckerhut die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2016 erste Handball-Früchte abwerfen. Nach 20 Minuten lagen die Südamerikaner, die nun in einer offensiven 3:2:1-Formation deckten, nur mit einem Tor, nach 25 Minuten nur mit zwei Treffern zurück. „Wir haben gut in der Abwehr gestanden, haben aber noch zu viele Chancen ausgelassen", sagte Jacob Heinl in einer ersten Kurz-Analyse. Hampus Wanne besorgte mit einem schönen Wurf von Linksaußen den 12:9-Pausenstand. 

Taktik-Optimierung durch Ljubomir Vranjes.

Besonders im Fokus stand kurz vor und kurz nach dem Seitenwechsel SG Keeper Mattias Andersson. Zunächst hielt er seinen dritten Siebenmeter, dann peitschte er seine Vorderleute nach vorn, als sie einen Brasilianer nicht stoppen konnten und dieser das 12:11 markierte. Ljubomir Vranjes hatte Verständnis für einige Schwachstellen. „Es war ein Gegner mit einem anderen Spielsystem", sagte er. „Das ist nicht leicht zu spielen – aber genau richtig für uns, um uns weiterzuentwickeln." Jetzt sah der Coach eine starke Phase seiner Jungs. Die Abwehr eroberte einige Bälle, Hampus Wanne erhöhte auf 18:12.

Die europäische Nummer eins hatte den HC Taubate im Griff. Die Brasilianer waren aber stark genug, um immer wieder nachzusetzen und ein erträgliches Ergebnis zu erreichen. Allerdings musste die SG in der Schlussphase auf Thomas Mogensen verzichten. Eine Platzwunde am Kopf musste genäht werden. Dafür feierte Landsmann Kasper Kisum sein Pflichtspiel-Debüt für die SG. Den letzten Szenenapplaus erntete Bogdan Radivojevic, der mit einem herrlichen Dreher das 28:21 markierte. „Es ist immer gut, mit einem Sieg zu starten", bilanzierte Dierk Schmäschke. „Man merkt schon jetzt, dass das Turnier kein Spaziergang wird."

Lars Kaufmann passt. Fotos: Uros Hocevar/IHF

SG Flensburg-Handewitt – HC Taubate 28:22 (12:9)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (14 Paraden) – Blohme, Karlsson, Nenadic (5), Eggert (2/2), Glandorf (5), Mogensen (1), Wanne (3), Kaufmann (1), Jakobsson (4), Heinl (2), Zachariassen, Kisum, Radivojevic (5)
HC Taubate: Santos (3 Paraden), Nascimento (12 Paraden) – Soares, Migueles (5), Silva (2), Bonfim, Candido, Teixeira (2), Andrade, Hubner (3), Ribeiro (2), Nakamura (4), Lago, Cruz (2), Oliveira (2)
Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien); Zeitstrafen: 14:6 Minuten (Zachariassen 2, Heinl 2, Karlsson 2, Kaufmann 2, Wanne 2 – Bonfim 2. Andrade 2, Oliveira 2); Siebenmeter: 2/2:2/6 (Andersson pariert zwei Mal gegen Silva sowie ein Mal gegen Teixeira und Hubner); Zuschauer: 1000
Spielverlauf: 1:0 (2.), 1:2 (7.), 2:3 (8.), 6:3 (14.), 7:5 (18.), 8:7 (21.), 10:7 (24.), 11:9 (27.) – 12:11 (32.), 14:12 (34.), 18:12 (41.), 18:14 (42.), 20:14 (45.),20:16 (49.), 22:16 (52.), 23:18 (54.), 25:18 (55.), 27:19 (58.), 27:21 (59.)

Von: ki

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