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Ein souveräner Sieg

16.05.2019 -DKB Handball-Bundesliga: 30:24 – die SG ließ Melsungen keine Chance

Exakt 15 Jahre nach der ersten deutschen Meisterschaft bleibt die SG Flensburg-Handewitt auf Titelkurs. Am Abend besiegte sie die MT Melsungen mit 30:24 (14:8) und bleibt an der Spitze der DKB Handball-Bundesliga. „Mentalität und Einstellung waren bei meinen Jungs sehr gut“, freute sich SG Trainer Maik Machulla. „Das war genau die richtige Reaktion nach dem Spiel in Kiel.“

Der Abwehr-Mentor saß auf der Bank: Anders Zachariassen und Johannes Golla standen in der Defensive, während Tobias Karlsson, immerhin im Trikot, die Aktionen seiner Kameraden haargenau verfolgte. Die Deckung war schnell auf Betriebstemperatur. Das galt auch für Torbjørn Bergerud, der gleich mehrfach Szenen-Applaus und Jubel auslöste. Die SG kam bestens aus den Startlöchern: Magnus Jøndal, dann Rasmus Lauge – die Gegenstöße rollten. Es hieß 5:1. MT-Coach Heiko Grimm nahm eine Auszeit, kurz darauf die nächste. Nach dem Spiel gab er zu: „Ich bin enttäuscht. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir den Spitzenkampf nicht angenommen haben. Und auf die Abwehr waren wir eigentlich vorbereitet, haben es aber nicht umgesetzt und sind nicht in die Zweikämpfe gegangen.“

Die Abwehr stand lange gut. Fotos: Ki.

Die Abwehr-Taktik stach
Die 5:1-Formation mit Rasmus Lauge in der Spitze machte Melsungen zu schaffen. „In dieser Konstellation“, erklärte Maik Machulla, „hatten wir die Abwehr nur einmal trainiert. Sie hat zusammen mit unserem Torwart sehr gut funktioniert. So hatten wir schnell einen Vorsprung und gewannen an Sicherheit.“ Johannes Golla rannte gegen seinen Ex-Klub dem 9:4 entgegen, Magnus Jøndal packte vom linken Flügel noch einen drauf. Es folgte eine Phase, in der die Nordhessen besser mithielten. „Steht auf, wenn ihr Flensburg seid!“, skandierten die Fans. Die Zuschauer waren ein großer Rückhalt. Ein anderer stand im Tor. Torbjørn Bergerud kaufte den Gästen im ersten Durchgang neun Bälle ab. Anders Zachariassen stürmte zum 14:8, das zur Pause bestand.

Magnus Rød zeigte ein starkes Durchsetzungsvermögen.

Gute Laune in der Pause und danach
In der „Hölle Nord“ herrschte beste Laune. Diese hielt auch nach der 15-minütigen Unterbrechung an. Johannes Golla, Magnus Jøndal und Rasmus Lauge – die Angriffskombinationen flutschten nur so. Das 18:9 war die angemessene Belohnung. Es ging nun nicht mehr um die beiden Punkte, es ging um die Höhe des Sieges. Marius Steinhauser hatte inzwischen das Spielfeld betreten und drehte den Ball zum 20:11 in die Maschen. Kurz darauf war der erste zweistellige Vorsprung erreicht. Dann stockte der Elan. „Wenn man nach 40 Minuten mit zehn Toren führt, muss man eigentlich mehr herausholen“, meinte Maik Machulla. „Wir mussten allerdings auch etwas Gas herausnehmen, da die 5:1-Abwehr doch sehr intensiv ist.“

Gestärkt in die letzten drei Spiele
Die Melsunger Ergebnis-Kosmetik konnte das Handball-Fest nicht trüben. Die Krönung war schließlich der Kempa-Trick, den Rasmus Lauge für Marius Steinhauser zum 28:23 auflegte. Kurz darauf sang die Nordtribüne für die Mannschaft: „Die Nummer eins im Land sind wir!“ SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke schnalzte mit der Zunge: „Unglaublich, dass wir drei Spieltage vor Schluss nur zwei Spiele verloren haben – und die auch noch unglücklich. Wir gehen gestärkt und mit gradem Rücken in die letzten Partien.“

Marius Steinhauser verwandelte einen Kempa-Trick.

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen  30:24 (14:8)
SG Flensburg-Handewitt: Bergerud (14 Paraden) – Golla (3), Glandorf, Svan (1), Jeppsson, Jøndal (10/5), Steinhauser (4), Zachariassen (1), Johannessen, Gottfridsson, Lauge (7), Rød (4)
MT Melsungen: Simic (11 Paraden) – Lemke (3), Reichmann, Ignatow, Kunkel (2), Mikkelsen (1/1), Danner (2), P. Müller (1), M. Müller (2), Allendorf (2/1), Birkefeldt (2), Sidorowicz (2), Schneider (4), Maric (3), Pavlovic
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin); Zeitstrafen: 4:14 Minuten (Gottfridsson 2, Rød 2 – P. Müller 4, Schneider 4, Lemke 2, Danner 2, Birkefeldt 2); Siebenmeter: 5/5:3/2 (M. Müller trifft den Pfosten); Zuschauer: 6300 (ausverkauft)
Spielverlauf: 2:0 (2.), 2:1 (3.), 5:1 (9.), 7:2 (15.), 8:4 (19.), 10:4 (21.), 11:5 (22.), 11:7 (23.), 12:8 (25.) – 15:8 (31.), 18:9 (33.), 19:11 (38.), 21:11 (40.), 22:12 (41.), 22:14 (43.), 23:14 (47.), 23:17 (49.), 24:19 (52.), 26:20 (54.), 26:22 (55.), 28:23 (58.), 29:24 (59.)

 

Von: ki

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