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Weitgehend starke Vorstellung

21.11.2015 -VELUX EHF Champions League: 30:23 – überzeugend in Zagreb

Die SG Flensburg-Handewitt hat die schwere Auswärtshürde beim HC Zagreb gemeistert. Nach dem 30:23 (15:10) bleibt sie im Spitzenbereich der Gruppe A der VELUX EHF Champions League. „Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns gegen eine aggressive Abwehr und vor einer Kulisse, die viel Druck ausübt“, meinte Co-Trainer Maik Machulla. Sein Chef Ljubomir Vranjes bekräftigte die Worte seines Assistenten: „Hut ab vor meiner Mannschaft. Das war ein überragendes Ergebnis, ganz andere Teams haben hier schon verloren.“

Im Kader gab es einige Einschränkungen: Tobias Karlsson und Bogdan Radivojevic standen zwar auf dem offiziellen Spielbericht und bei der Eröffnungszeremonie auf dem Feld, als es dann losging saßen sie aber nur auf der Bank. Auch Johan Jakobsson musste passen: eine Bauchmuskel-Zerrung. Der gesunde Rest machte gleich zwei unliebsame Bekanntschaften mit der 3:2:1-Defensive des HC Zagreb. Aus zwei Ballverlusten resultierten zwei kroatische Konter und ein schnelles 2:0.

Zum Glück wurde Keeper Mattias Andersson schnell zum Faktor, auch die 6:0-Abwehr machte ihren Job. Wie in den letzten Tagen bildeten Kresimir Kozina und Henrik Toft Hansen den Mittelblock. Vorne stellte sich die SG zunehmend besser auf die Zagreber Deckung ein. Zwar gerieten die Gäste nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich noch einmal mit 2:4 in Rückstand. Doch dann steigerten sie sich in einen Lauf, während der kroatische Meister völlig seine Linie verlor. Lasse Svan erzielte mit einem über Rechtsaußen abgeschlossenen Gegenstoß die erste Führung: das 4:5. Veselin Vujovic, der HC-Trainer, benutzte schon in den ersten 20 Minuten zwei Mal seine grüne Karte und haderte mit seinen Spielern, die fast 14 Minuten ohne Torerfolg blieben. Bei der SG klappte fast alles. Lasse Svan erhöhte mit seinem vierten Treffer auf 4:8. Anders Eggert traf per Siebenmeter und vom Flügel – es hieß 4:10. Zagreb wechselte die Torleute, Mattias Andersson wehrte in Unterzahl seinen zehnten Ball ab.

Kresimir Kozina agierte wieder im Mittelblock.

Der Hallensprecher musste die Zuschauer animieren. Es herrschte eine etwas entgeisterte Stimmung. Dagegen war die mitgereiste SG Fan-Gruppe aus dem Häuschen. Die SG blieb am Drücker, ließ die Kroaten, die sich nun etwas berappelten, bis zur Pause kaum näher herankommen. Kentin Mahé, vor elf Tagen der beste Schütze des Hinspiels, betrat erst jetzt das Spielfeld und agierte auf der Außenposition. Einen Gegenstoß vertändelte der Franzosen, beim zweiten Anlauf klappte es besser: Das 10:15 fiel mit der Halbzeit-Sirene.

Auch der zweite Durchgang begann verheißungsvoll: mit einem Trickwurf von Anders Eggert. Doch urplötzlich war es mit der Herrlichkeit vorbei. Die SG leistete sich mehrere technische Fehler, Zagreb kehrte zurück ins Spiel und entfachte einen Orkan auf den Rängen. Sandro Obranovic schaffte tatsächlich den 16:16-Gleichstand. „Wir wollten weiterhin Druck machen, doch dann passierten einfache Fehler und einfache Gegentore“, beobachtete Maik Machulla. „Hervorragend, wie unsere Mannschaft das verkraftet hat. Sie agierte weiterhin strukturiert und fand gute Lösungen.“ Thomas Mogensen brachte seine Farben postwendend wieder in Front. Gleich danach tänzelte der dänische Spielmacher in Überzahl durch die Zagreb-Deckung – die SG hatte wieder ein kleines Polster.

Stark im Kasten: Mattias Andersson.

Mattias Andersson war in dieser Phase ein wertvoller Rückhalt und glänzte mit einigen tollen Paraden. Die Deckung arbeitete gut, hatte nur Linkshänder Luka Sebetic nicht immer in Griff. Allerdings musste Kresimir Kozina nun auf der Hut sein, da er bereits zwei Zeitstrafen abgebrummt hatte. Die SG fand zu alter Stärke zurück: Rasmus Lauge konterte zum 17:21. Zagreb tat sich nun wieder schwer vor dem Gehäuse des Gegners. Dagegen liefen die Spielzüge des Bundesligisten. Zwei Mal kam Henrik Toft Hansen völlig frei zum Wurf und erhöhte auf 18:24.

Die Hausherren trotteten zu ihrem letzten Team-Timeout und schöpften kurz darauf nochmals Hoffnung: Kresimir Kozina schied mit der dritten Hinausstellung aus. Ljubomir Vranjes intervenierte, um die neue taktische Marschroute auszugeben. Rasmus Lauge rückte in den Mittelblock. Das letzte Zagreber Aufbäumen konnte gestoppt werden. Mit einem Doppelschlag zum 21:27 machte Lasse Svan den Sack zu. „Der Anfang der zweiten Hälfte war schlimm, insgesamt hat unsere Truppe aber bewiesen, wie viel Teamgeist in ihr steckt“, strahlte Ljubomir Vranjes. Am morgigen Sonntag erfolgt die Rückreise. Bereits am Mittwoch geht es um 18.30 Uhr um die nächsten Punkte in der VELUX EHF Champions League. Dann gastiert Wisla-Plock in der FLENS-ARENA.

Rasmus Lauge. Fotos: Beate Haar, Ingrid Anderson-Jensen

 

HC PPD Zagreb – SG Flensburg-Handewitt   23:30 (10:15)
HC PPD Zagreb: Stevanovic (6 Paraden), Ivic (7 Paraden) – Sabljic, Vujic, Kontrec (1), Sebetic (8), Markovic, Rakovic (4/1), Horvat (2/1), J. Valcic (2), T. Valcic, Obranovic (1), Kovacevic (1), Pavlovic (4)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (22 Paraden) – Eggert (4/3), Glandorf (5), Mogensen (3), Svan (7), Toft Hansen (4), Lauge (2), Mahé (5), Kozina
Schiedsrichter: Stolarovs/Licis (Lettland); Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Sebetic 2, T. Valcic 2 – Kozina 6, Lauge 2); Rote Karte: Kozina (52., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 2/2:3/3; Zuschauer: 9.000
Spielverlauf: 2:0 (2.), 2:2 (5.), 4:2 (6.), 4:10 (19.), 6:10 (22.), 7:11 (23.), 7:13 (25.), 9:13 (26.), 10:14 (28.) – 10:16 (32.), 16:16 (39.), 16:19 (41.), 17:21 (43.), 18:22 (45.), 18:24 (48.), 19:25 (51.), 21:25 (52.), 21:28 (58.), 23:29 (60.)

Von: ki

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