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SG gegen Ukraine

07.08.2012 -Internationaler Handball-Abend: 32:32-Remis in Mildstedt

Für einen Abend war Mildstedt ein Schauplatz des internationalen Handballs. Das unterstrich bereits der Blick auf den Parkplatz vor der Mildauhalle. Dort stand nicht nur der Mannschaftsbus der SG Flensburg-Handewitt, sondern auch der von HC Motor Zaporozhye. Der ukrainische Vize-Meister befindet sich gerade auf einer kleinen Europa-Tournee und schlug nach Stationen in Eisenach und Aue nun in Norddeutschland auf. Vor 500 Zuschauern endete die spannende Partie in Mildstedt mit 32:32 (19:15). „Unser Fokus richtet sich immer mehr auf den Bundesliga-Start", sah SG-Trainer Ljubomir Vranjes einen Leistungsanstieg im Vergleich zum Test am Freitag. „Wir drosseln nun die Belastung und steigern dafür das Ball-Training."

Zunächst hatte der Schwede seine Routiniers auf die Platte geschickt. Steffen Weinhold, Maik Machulla und Lars Kaufmann bildeten die erste Rückraumachse. Mit einem Gegenstoß markierte Jacob Heinl das 3:2 – die erste SG-Führung. Malte Voigt zauberte einen Siebenmeter in Billard-Manier in die Maschen, Lars Kaufmann schob einen Aufsetzer hinterher – nach nur zehn Minuten hieß es 8:5. Der Motor-Deckung ging es bisweilen zu schnell. Kurz darauf kam Petar Djordjic und donnerte den Ball bis zum Seitenwechsel fünf Mal ins Tor, unter anderem zum 19:14.

Nach der Pause durfte die junge Garde ran und operierte mit zwei Kreisläufern, nämlich Morten Dibbert und Norman Louwers. Dennoch schmolz der Vorsprung nicht, sondern er wuchs. „Das haben die Jungs wirklich gut gemacht", meinte Ljubomir Vranjes. „Man darf nicht vergessen, dass diese ukrainische Mannschaft im März in der Campushalle gewonnen hat." Lars Kaufmann, der für wenige Minuten von der Bank zurückgekehrt war, erzielte das 30:23 (49.). Erst in den letzten Minuten holte Zaporozhye auf. Sergii Burka glich 90 Sekunden vor Ende aus. Es kribbelte vor Spannung, keines der Teams wollte verlieren, und beide Trainer nahmen ihre Auszeit. Den letzten Wurf von Sergii Burka parierte Paul Weidner.

Nach Spielschluss stürmten die jugendlichen Autogrammjäger das Spielfeld. „Wir genießen diese Nähe zu den Fans", lächelte Ljubomir Vranjes. „Es ist gut, dass wir uns in Mildstedt präsentiert haben." Auch auf Russisch waren freundliche Worte zu vernehmen. „Hier gab es eine gute Organisation und eine gute Gastfreundschaft", sagte Yuri Kidyaev, Co-Trainer von Zaporozhye, kurz vor der Abfahrt ins weißrussische Brest, der nächsten Station. Da stellte sich nur noch eine Frage: Wie lange braucht man mit dem Bus von der Ostukraine nach Deutschland? Die Antwort: zwei Tage.

Das Spiel war auch für einen guten Zweck. Fotos: N. Kirschner

SG Flensburg-Handewitt: Rasmussen, Weidner (ab 31.) – Louwers (3), Machulla (1), Volquardsen (2), Desler (3), Weinhold (4), Blohme (1), Djordjic (5), Dibbert (1), Heinl (3), Voigt (5/3), Blockus (1), Kaufmann (3)

Von: ki