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TOYOTA Bundesliga: 35:26 – wieder in der Spur

Die SG Flensburg-Handewitt hat die ersten Heimpunkte der Saison eingefahren. Am Abend schlug sie Aufsteiger TSG Friesenheim mit 35:26 (18:13). Dabei zeigten sich die Nordlichter von der jüngsten Magdeburg-Pleite gut erholt. „Wichtig ist, dass wir in unserer Campushalle wieder präsent sind", sagte SG-Coach Per Carlén. „Das war schon ganz anders als beim letzten Spiel."
Mit einem veränderten Gesicht zeigte sich die SG nicht nur in punkto Körpersprache, sondern auch in der Aufstellung. Viktor Szilagyi stand erstmals in der Startformation. Deshalb wechselte Lasse Boesen auf die Linksaußen-Position. Erstmals anfangen durfte auch der neue Keeper Sören Rasmussen. Er parierte schon in der Anfangsphase einen Siebenmeter von Philipp Grimm und wusste auch im weiteren Verlauf zu überzeugen.

Per Carlén war mit der Einstellung seines Teams zufrieden.

Die SG führte schnell 3:1 und 6:3. Aber noch war nicht alles Gold, was glänzte. Die SG baute Kevin Klier im Friesenheimer Kasten auf. „Wir haben 15 oder 16 Bälle gegen den Torwart vergeben", kritisierte Per Carlén. „Von dänischen oder schwedischen Nationalspielern erwarte ich, dass sie die Würfe verwandeln. Gegen Burgdorf am Samstag wünsche ich mir in dieser Hinsicht eine weitere Verbesserung." Gegen Friesenheim sprang deshalb zunächst noch kein komfortabler Vorsprung heraus.
Der Außenseiter war sogar drauf und dran, die SG zu überflügeln. Gunnar Dietrich schloss einen Konter überhastet ab und vergab deshalb gegen Sören Rasmussen den 6:6-Ausgleich. Kurz darauf mussten Tobias Karlsson und Oscar Carlén für jeweils zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Die SG überstand die doppelte Unterzahl schadlos. Gerade wieder komplett hämmerte Oscar Carlén den Ball zum 9:6 (18.) in die Maschen. Stete Unruheherde waren Thomas Mogensen und Lasse Svan Hansen.
Friesenheim verkaufte sich teuer, machte der SG das Leben bis zum 13:12 äußerst schwer. Bei den Gastgebern mischten nun Tamás Mocsai, Patrik Fahlgren und Petar Djordjic mit. „In dieser Phase war es bei uns wie in den ersten beiden Saisonspielen", analysierte Gästecoach Thomas König. „Uns fehlt noch die Konstanz, wir sind in Gegenstöße gelaufen." Die SG zog bis zum Pausentee doch noch davon, der sichere Siebenmeterschütze Anders Eggert markierte in seinem 100. SG-Spiel den 18:13-Halbzeitstand.

Friesenheim hatte Oscar Carlén im Visier.

Der Aufsteiger muckte noch einmal auf. Beim 22:19 (43.) herrschte großer Jubel auf der TSG-Bank und bei den 15 mitgereisten Schlachtenbummlern. „Dieses Spiel hätten wir noch angenehmer gestalten können", meinte Thomas König. „Eine wirkliche Siegchance hatten wir aber nicht." Per Carlén variierte nun etwas in seinem Rückraum, im Abwehr-Mittelblock löste Tamás Mocsai DHB-Lehrgangs-Rückkehrer Jacob Heinl ab. Die SG zündete nun eine kleine Tempo-Lawine und hatte spätestens nach einem Doppelschlag des munteren Lasse Boesen zum 31:22 (53.) alles klar gemacht.
Der Höhepunkt der Schlussphase: Lasse Svan Hansen schloss einen Diagonalpass von Thomas Mogensen per Kempa-Trick zum 33:24 ab. „Ich habe wieder ein gutes Gefühl, wir werden von Tag zu Tag besser", lächelte derweil Per Carlén. „Unser Trainer hat die Mannschaft mit den richtigen Worten aufgerichtet", äußerte sich SG-Geschäftsführer Holger Kaiser. „Das Team zeigte Körpersprache und Präsenz, lediglich beim Abschluss fehlte etwas Fortune." Er mahnte zugleich zur Geduld: „In einer langen Saison müssen wir uns zum Schluss hin steigern – so wie im letzten Jahr."

Kaum zu halten: Lasse Svan Hansen. Fotos: Ki
 


SG Flensburg-Handewitt – TSG Friesenheim 35:26 (18:13)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (bei einem 7m), Rasmussen (17/1 Paraden) – Karlsson (2), Carlén (2), Eggert (6/6), Fahlgren (1), Mogensen (8), Svan Hansen (6), Djordjic, Mocsai (3), Heinl (1), Szilagyi, Boesen (6)
TSG Friesenheim: Klier (18 Paraden), Bender (bei einem 7m, ab 54; 2 Paraden), Pfeiffer (bei einem 7m) – Grimm, Dietrich (1), Müller (2/1), Pevnov (2), Matschke (7/4), Ancsin (4), Becker (2), Dissinger (4), Gaubatz, Bonnkirch (4)
Schiedsrichter: Brauer/Holm (Hamburg/Hagen); Zeitstrafen: 8:10 Minuten (Karlsson 4, Carlén 2, Mocsai 2 – Grimm 2, Dietrich 2, Matschke 2, Ancsin 2, Dissinger 2); Siebenmeter: 6/6:6/5 (Rasmussen pariert gegen Grimm); Zuschauer: 4700
Spielverlauf: 2:0 (3.), 3:1 (5.), 4:3 (10.), 6:3 (12.), 6:5 (14.), 7:6 (16.), 9:6 (18.), 10:8 (21.), 11:10 (24.), 13:12 (26.), 15:12 (28.) – 19:13 (32.), 21:15 (37.), 21:17 (39.), 22:19 (43.), 24:19 (45.), 27:21 (50.), 31:22 (53.), 33:25 (59.)


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