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Beherzte Schweizer hielten SG an der kurzen Leine

Für die SG Flensburg-Handewitt wird es noch ein ganz langer Weg ins Finale des EHF-Cups, denn nach dem 31:30 (15:15) gegen die Kadetten Schaffhausen wurde deutlich, dass die Schweizer alles andere als ein "Walkover" sind. Fast über die gesmate Partie führten die Eidgenossen und hatten sich dieses aus ihrer Sicht gute Ergebnis redlich verdient. "Am Ende müssen wir froh sein, dass wir das Spiel noch gewonnen haben", wusste dann auch SG-Kapitän Lars Christiansen.
Auch ihm war von der Bank aus - Anders Eggert stand in der Startformation - nicht verborgen geblieben, dass seine Mannschaftskollegen sich von Beginn an schwer taten. Vor allem in der Deckung zeigte die SG nicht die gewohnte Stärke."Wenn wir nicht gut ins Spiel kommen, neigen wir dazu ein wenig die Ordnung zu verlieren, werden dann hektisch weil es immer schlechter läuft und kommen immer mehr ins Schwimmen", erkannte SG-Torhüter Dan Beutler, der wie sein Landsmann Johan Sjöstrand wenig zu fassen bekam. "Meine Leistung war heute eine Katastrophe", fasst Beutler dann auch sein Spiel in einem Satz zusammen.
Christiansen lobte aber auch die Kadetten für ihr beherztes Spiel. "Dass es bei uns nicht lief war auch ein Verdienst der Schaffhausener. Sie haben toll gespielt, kaum Fehler gemacht und uns zu Fehlern provoziert", so der Däne. So gelang den Gästen nicht nur das erste Tor des Abends, sie blieben auch in der Folgezeit die spielbestimmende Mannschaft. "Wir sind sehr mutig und sehr clever aufgetreten und haben sehr lange sehr gut gespielt", sagte Kadetten-Trainer Petr Hrachovec nicht ganz ohne Stolz.
Zwar konnte die SG immer wieder rankommen, doch so richtig in Fahrt kam sie nicht. "In der Abwehr wurde zu viel gelaufen, und es entstand viel Platz für Schaffhausen - das war nicht hundertprozentig", wusste auch SG-Trainer Per Carlén. Mit einem 15:15 retteten sich die Hausherren in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel schien der Knoten beim 19:17 zu platzen, doch die Schweizer blieben dran, vor allem Dank Torhüter Björgvin Gustavsson. Er parierte zwar nur ein Dutzend Bälle, dafür aber die wichtigen, wodurch die SG sich nicht richtig absetzen konnte.
Im Gegenteil, die Schweizer zogen erneut das Tempo an und schienen beim 30:28 (55.) einen Sieg aus Flensburg entführen zu können. "Aber das zeichnet uns in dieser Saison aus, dass wir bis zum Ende kämpfen", so Christiansen, der mit seinem Treffer zum 30:30 die Campushalle zum kochen brachte. Als dann der beste Flensburger, Lasse Svan Hansen, mit seinem achten Treffer Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer erzielte, brach bei den knapp 3800 Zuschauern großer Jubel aus. "Erstmal müssen wir zugeben, dass wir absolut schlecht gespielt haben", zog SG-Kreisläufer Jacob Heinl nach dem Spiel Bilanz. "Dennoch wissen wir, dass wir uns steigern können. Ob die Kadetten das auch von sich behaupten können, bleibt abzuwarten.
Ähnlich sah es auch SG-Spielmacher Thomas Mogensen. "Ich glaube, dass wir aus diesem Spiel mehr Erkenntnisse mitnehmen können als die Kadetten. Sie haben zwar sehr gut gespielt, aber wir waren gleichzeitig auch erschreckend schwach." So zeugen auch die Worte vom starken Kadetten-Kreisläufer Iwan Ursic davon, dass man sich noch lange nicht am Ziel wähne: "Wir wissen, dass Flensburg eine Mannschaft hat, die auch bei uns mit sieben Toren gewinnen kann." Ein Tor würde aber schon reichen und die SG wäre im Finale.