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Frisch Auf Göppingen

Friede, Freude, Eierkuchen – so lässt sich derzeit die Stimmung bei Frisch Auf Göppingen bezeichnen. Zuletzt feierte der Traditionsklub, der in historischen Zeiten für Europapokal-Triumphe und Kempa-Tricks stand, einige wichtige Meilensteine bei der Rückkehr an die Spitze des Handball-Olymps. Etwa den sechsten Platz in der abgelaufenen Serie, gleichbedeutend mit dem besten Abschneiden in der Bundesliga seit 1983. An die zwölf Jahre zwischen 1989 und 2001, als die Schwaben in die Zweitklassigkeit abgerutscht waren, denkt niemand mehr. Die Realität heißt Europapokal, in den Träumen der Fans spielt die Champions League bereits eine wichtige Rolle. „Es wird schwer genug“, hebt Geschäftsführer Gerd Hofele den mahnenden Zeigefinger, „uns im oberen Tabellendrittel zu etablieren.“
Auf jeden Fall gibt es seit wenigen Wochen einen neuen Schub für die schwäbische Handball-Euphorie. Die lange Ausbauphase der altehrwürdigen Hohenstaufenhalle ist endlich abgeschlossen. Ende Juli eröffnete sie als EWS-Arena endlich wieder ihre Tore. Sportlicher Höhepunkt: Die beiden Bundesliga-Teams von Frisch Auf – die Göppinger sind auch in der Frauen-Bundesliga vertreten – bestritten eine Partie Handball-Mixed. Ein munteres Treiben, das Gerd Hofele sehr gelassen kommentierte: „Die EWS-Arena bietet uns zusammen mit Trainer und Mannschaft hervorragende Zukunftsperspektiven.“ Das neue Schmuckstück fasst 5674 Zuschauer, von denen 4120 sitzen können.
Auch Trainer Velimir Petkovic zeigte sich hocherfreut: „Endlich sind die eineinhalb Jahre, in denen wir nur auswärts gespielt haben, vorbei.“ Das Ausweichquartier, die Stuttgarter Porsche-Arena, gehört der Vergangenheit an. Der Coach hingegen bleibt noch länger Göppinger Gegenwart. Der fast 53-Jährige hat erst vor Kurzem seinen Vertrag in der 58000 Einwohner zählenden Stadt verlängert. „Damit konnten wir für unsere kontinuierliche, sportliche Weiterentwicklung ein weiteres Zeichen setzen“, lächelt Gerd Hofele gefällig.
Nun scheint es so, als ob im Süden der Republik an „Frisch Auf Deutschland“ gebastelt werden soll. Wenn Bundestrainer Heiner Brand in dieser Saison gen Schwäbische Alb aufbricht, kann er bis zu fünf Nationalspieler im grün-weißen Trikot beobachten. Christian Schöne gehört schon länger zum Kreis der besten Rechtsaußen des Landes, Kreisläufer Manuel Späth schaffte in der letzten Serie den Sprung, und Linksaußen Dragos Oprea feierte nach längerer Durststrecke ein internationales Comeback.
Nun gibt es auch im Rückraum „schwarz-rot-gold“. Mit Michael Haaß und Lars Kaufmann lotsten die Süddeutschen gleich zwei Nationalspieler in ihre zweite Reihe, die zuletzt ohnehin bereits ein Erfolgsgarant war. Vor allem der Tscheche Pavel Horak, dessen Stern vor Jahren bei einem Champions-League-Spiel mit Banik Karvina in Flensburg aufgegangen war, hatte einen beeindruckenden Lauf und avancierte mit 161 Treffern zum erfolgreichsten FA-Schützen. „Durch Lars Kaufmann wird er noch mehr gepuscht werden“, glaubt Velimir Petkovic. „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Vor der Zukunft muss bei Frisch Auf niemand bange sein.

Daten FA Göppingen