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Flensburg schießt Essen aus der Halle

Die SG Flensburg-Handewitt hat in der Handball-Bundesliga die Tabellenspitze vom Nordrivalen THW Kiel zurückerobert. Das Team von Trainer Kent-Harry Andersson verbuchte beim 38:22 (14:12) gegen Tabellenschlusslicht TuSEM Essen seinen zehnten Sieg in Folge und verdrängte den Titelverteidiger aus Kiel, der am Donnerstag bei GWD Minden antritt, für mindestens eine Nacht von Platz eins. Die Anfangsphase war geprägt von Paraden der Torhüter Dan Beutler (Flensburg) und Daniel Gerrit Eijlers (Essen) sowie Fehlwürfen der Protagonisten. Erst Blazenko Lackovic brach den Bann nach gut drei Minuten, als er Flensburg aus dem Rückraum mit 1:0 in Führung brachte. In einer zerfahrenen Partie konnten sich die Gastgeber in der Folgezeit einen sicheren Vorsprung erarbeiten - 12:7 (22.). Zum Ende der ersten Hälfte zogen sich die Flensburger Akteure allerdings den Unmut der Zuschauer in der Campushalle zu. Unkonzentriert und ohne rechten Zug zum Tor ließen die Gastgeber TuSEM - das nach zwei Zeitstrafen nur mit vier Mann auf dem Feld stand - wieder auf 13:12 herankommen. SG-Trainer Andersson sah sich sogar genötigt, dreißig Sekunden vor der Pause noch eine Auszeit zu nehmen. Immerhin erzielte sein Team noch das 14:12. SG-Torwart Beutler verschaffte in der Halbzeit trotzdem seinem Unmut Luft: "Wir spielen einfach schlecht, machen zu viele technische Fehler."

Die erste Hälfte war umkämpft.

Im zweiten Durchgang rissen sich die Norddeutschen dann zusammen und bauten ihre Führung bis zur 46. Minute auf 25:19 aus. Besonders Rückraum-Ass Lackovic drehte nun auf und war von der Essener Abwehr nicht zu stoppen. Die Gäste machten es den Hausherren jetzt einfach. Immer wieder verloren sie den Ball im Angriff und ermöglichten der SG Tempogegenstöße, die das Andersson-Team konsequent nutzte - 31:21 (52.). Angetrieben von dem starken Lars Christiansen kannten die Flensburger nun kein Mitleid mit den schwächelnden TuSEM-Akteuren und taten etwas für ihr Torverhältnis. Es blieb sogar noch Zeit zum Zaubern: Das Tor zum 38:22 (59.) erzielte Thomas Mogensen nach einem blinden Zuspiel aus der Luft von Christiansen. "Wir sind in der zweiten Hälfte viel gelaufen und Essen war etwas müde. Da konnten wir auch etwas Spaß für die Zuschauer machen", sagte Mogensen nach der Partie.