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SG-Fazit: Was am Ende fehlte war ein Titel

Halbfinalist im DHB-Pokal, Finalist in der Champions League, dritter Platz in der Meisterschaft und damit das Ticket für die Königsklasse erneut gelöst - die Bilanz der SG Flensburg-Handewitt war schon deutlich schlechter ausgefallen, als in der Saison 2006/07. Dennoch wollte auch nach dem letzten Bundesliga-Einsatz in Großwallstadt keine echte Freude bei den SG-Handballern aufkommen. Daran hatte die knappe, letztendlich aber verdiente 34:35-Niederlage wohl am wenigsten zu tun.
"Außer dem Abschneiden in der Champions League kann man zufrieden sein", zog Thorsten Storm Bilanz. Nur zu gerne hätte sich der Manager mit dem Königspokal aus Flensburg verabschiedet, doch dieser Triumpf blieb ihm und der SG auch im vierten Anlauf verwehrt. "Wenn man bedenkt, wie lang der Weg in so ein Finale ist, dann hat uns im Endspiel einfach der letzte Tick an Biss, Einsatzwille und Cleverness gefehlt. Das muss ich mir auch selber vorwerfen", ging Storm mit sich und seinem Team kritisch ins Gericht. Coach Kent−Harry Andersson sah es ähnlich, scheute aber die vertane Chance nur an mangelnden Grundeigenschaften festzumachen. "Es sind manchmal eben nur Kleinigkeiten, die entscheiden."
Während Storm nach einem Kurzurlaub in der Türkei seinen Umzug nach Heidelberg in Angriff nehmen wird, grübelt Andersson schon wieder an den Herausforderungen der neuen Saison. Wobei sich bei dem Gedanken an seine fünfte Amtszeit die Sorgenfalten allerdings nicht gerade glätten wollten. "Wir verlieren mit Joachim Boldsen und Jan Holpert wieder sehr wichtige Spieler. Mit Thomas Mogensen und Dane Sijan bekommen wir für sie recht unerfahrene Handballer, denen man erst einmal die Zeit geben muss, um sich in der Bundesliga einzuleben. Sie dürfen zunächst nicht dem Druck ausgesetzt werden, schon im ersten Spiel die Nachfolger sein zu müssen", riskiert der Schwede einen ersten Ausblick auf die kommende Spielzeit.
Wenn der Chefcoach seine Schützlinge Mitte Juli zum Auftakt der Vorbereitung bittet, wollen neben Mogensen und Sijan auch zwei Isländer gute Laune und Zuversicht im Lager der SG verbreiten. Alexander Petterson und Einar Holmgeirsson könnten schließlich so etwas wie die neuen Hoffnungsträger werden. Im Vergleich zu den beiden anderen Neuzugängen aus Dänemark haben die "Isis" schließlich schon beim TV Großwallstadt reichlich Bundesliga−Luft geschnuppert und sich dabei reichlich Anerkennung erworben.
Ein beeindruckendes Beispiel seines Könnens lieferte Petterson am Schlusstag gegen seinen neuen Arbeitgeber ab. Mit sage und schreibe 14 Volltreffern hatte der versierte Linkshänder den Löwenanteil am hauchdünnen Heimsieg des TVG. "Er hat mir sehr gut gefallen", lobte Andersson die starke Vorstellung des dynamischen Athleten, der in Flensburg wohl im rechten Rückraum dem Polen Marcin Lijewski "Dampf" machen soll und wohl auch wird.
Auf eine Kostprobe von Holmgeirsson wird man im hohen Norden auf ungewisse Zeit warten müssen, da sich der Rückraum−Shooter nach seinem erlittenen Bandscheiben−Vorfall erst wieder in der Aufbauphase befindet. "Neue Saison, neue Ziele und neues Glück" − lächelte Andersson leicht angespannt und verschwand im Mannschaftsbus in Richtung Sommerpause.