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Bundesliga: 34:32 – die Kraft reichte

Ein Schönheitspreis war nicht zu gewinnen, aber mit Leidenschaft verteidigte die SG Flensburg-Handewitt gegen FA Göppingen ihren Heimnimbus und ist nun seit 21 Bundesliga-Spielen ungeschlagen. Ein 34:32 (17:17) stand am Ende auf der Anzeigetafel. „Die Mannschaft hat einen unglaublichen Willen“, sagte ein erleichterter SG-Geschäftsführer Thorsten Storm.
Es war kein erholsamer Abend für Trainer Kent-Harry Andersson. Lange war nicht klar, wer wirklich mitwirken konnte. Sören Stryger musste erneut passen, der Namen von Joachim Boldsen leuchtete nur auf dem Spielberichtsbogen. Zu allem Überfluss hatte Johnny Jensen einige Probleme mit dem Magen und schied noch in der ersten Hälfte aus. Der Rest der Truppe hatte die Worte aus der Kabinen-Ansprache von Kent-Harry Andersson genau im Ohr: „Wir müssen kämpfen.“
Bald hatte die SG einen Vorsprung von zwei Treffern erkämpft. Leichter wurde dadurch das Vorhaben, zwei weitere Zähler auf der Habenseite zu verbuchen, aber keineswegs. Gerade in der Abwehr spürte man die Müdigkeit einiger Akteure, die zunächst nicht die Torgefahr von Michael Kraus oder Vukasin Rajkovic unterbinden konnten. Das Tempo war auf einem ordentlichen Niveau. „Wir haben darauf spekuliert“, erzählte FA-Coach Velimir Petkovic später, „dass die SG nicht so viel Kraft haben würde. Durch ein schnelles Spiel haben wir versucht, den Gegner noch müder zumachen.“

Ein weiteres Persönliches Trikot ist vergeben.

Gegen Ende der ersten Hälfte schienen die Göppinger wirklich Oberwasser zu kommen. Manch einer atmete durch, dass die SG zumindest mit einem Remis in die Halbzeit gehen konnte. „Es sah bestimmt nicht immer gut aus, wir zeigten keine Barcelona-Leistung“, räumte Kent-Harry Andersson ein. Sein Trainer-Herz sollte dann aber doch freudig pochen. „Nach Wiederbeginn haben wir 15 Minuten lang wirklich guten Handball gespielt.“
Die Bälle „flutschten“ nur so ins Netz, während die Gäste nun immer wieder an der 6:0-Abwehr abprallten. Als Marcin Lijewski zum 26:20 (41.) eingelocht hatte, nahm Göppingen die Auszeit. Eine Trendwende war nicht in Sicht, da Ljubomir Vranjes (Thorsten Storm: „Er kommt immer mehr in Flensburg an“) immer wieder die Lücken in der Schwaben-Defensive erspähte und Dan Beutler selbst beste Chancen (Nikola Manojlovic) entschärfte. Beim 28:20 (45.) begab sich die „Hölle Nord“ allmählich in Feierlaune.
Es wurde allerdings eine „zittrige“ Angelegenheit. Die Süddeutschen stellten auf eine 5:1-Abwehr um und verkürzten auf 30:26 (51.) und hatten plötzlich eine doppelte Überzahl. Der SG gelang es aber, den Angriff so weit auszudehnen, dass Kasper Nielsen die Unterzahl reduzieren konnte. Dann markierte Marcin Lijewski das wichtige 31:26. Im nächsten Angriff scheiterte er zwar, aber Michael Knudsen verwandelte den Nachwurf zum 32:27 (53.). So allmählich entwichen die letzten Zweifel: Die SG hatte Göppingen niedergerungen.

Zum Feiern war noch Kraft vorhanden.

SG Flensburg-Handewitt – FA Göppingen 34:32 (17:17)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (10 Paraden, ab 19.), Holpert (3 Paraden) – Lackovic (6), Nielsen (1), Jensen, Christiansen (10/8), Vranjes (4), Johannsen (3), Lijewski (8), Lauritzen, Knudsen (2)
FA Göppingen: Galia (17/1 Paraden) – Kraus (6), Schweikardt (5/3), Oprea (5/1), Schöne (2), Späth (1), Rajkovic (7), Baiceanu (1), Dmytruszynski, Michel, Manojlovic (4), Drobek (1)
Schiedsrichter: Schembs/ Weyell (Nackenheim/ Nieder-Olm); Zeitstrafen: 10:10 Minuten (Lijewski 4, Nielsen 4, Lackovic 2 – Schöne 2, Drobek 2, Manoljovic 2, Oprea 2, Späth 2); Siebenmeter: 9/8:5/4 (Christiansen scheitert an Galia – Schweikardt trifft die Latte); Zuschauer: 6200
Spielfilm: 1:2 (3.), 4:3 (7.), 6:4 (10.), 8:6 (13.), 8:8 (15.), 10:9 (18.), 12:11 (19.), 12:13 (23.), 14:13 (24.), 15:16 (28.), 16:17 (29.) – 19:17 (34.), 21:18 (37.), 22:20 (38.), 28:20 (45.), 29:24 (49.), 30:26 (51.), 32:29 (56.), 34:30 (57.)

 

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