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Bundesliga: SG erlebte kein „zweites Großwallstadt“

Manch einer befürchtete angesichts der offensiven Deckung des VfL Pfullingen-Stuttgart eine ähnlich schwere Aufgabe wie im September in Großwallstadt, wo die SG Flensburg-Handewitt verlor. Doch diesmal hatte die Andersson-Truppe nicht so viele Probleme gegen dieses Abwehr-System und gewann sicher mit 33:27 (21:14). „Wir haben nicht mehr getan als nötig“, meinte SG-Manager Thorsten Storm. „Das war nicht mehr als ein Pflichtsieg.“
1,2 und 3 – nur in der Anfangsphase flutschte es für die Hausherren. Kurzfristig war Freude in der eher spärlich besetzten Hanns-Martin-Schleyer-Halle angesagt. Gut vier Minuten dauerte es, bis Glenn Solberg das erste kleine Erfolgserlebnis feiern durfte. Zunächst füllten sich die mahnenden Worte von Trainer Kent-Harry Andersson mit Inhalt. Die offensive Deckung schien der SG wirklich nicht zu schmecken. Auf der anderen Seite brauchte die eigene Defensive eine gewisse Zeit, um sich zu stabilisieren. Torwart Jan Holpert hatte in seinem 562. Bundesliga-Spiel keinen leichten Job. „Ich hatte dennoch nie das Gefühl, dass wir verlieren könnten“, sagte Thorsten Storm. „Die Abwehr stand nicht so hundertprozentig wie in einem Spiel, in dem es von Anfang an um etwas geht.“
6:4 führten die Gastgeber nach zehn Minuten. Nun machte die SG aber ernst, zerstörte jegliche Hoffnungen auf eine Sensation. Fünf Treffer in Folge rückten die Kräfteverhältnisse zurecht. Während sich die 6:0-Abwehr mit dem norwegischen Mittelblock immer mehr festigte, verlor die Pfullinger Defensive immer mehr an Halt, zumal mit Markus Gaugisch und Axel Kromer bald zwei Akteure mit zwei Zeitstrafen belastet waren. Zum „Pausentee“ war die Partie im Prinzip entschieden.
Die SG ging zunächst kaum vom Gaspedal. Schließlich konnte mit einem Acht-Tore-Sieg der VfL Gummersbach von der zweiten Stelle verdrängt werden. Dan Beutler hielt mehrfach glänzend, und Igor Kos markierte mit seiner achten „Hütte“ das 31:20 (50.). „Der Kroate ist wirklich sehr selbstbewusst aufgetreten“, lobte Thorsten Storm den Linkshänder, der von Außen und aus dem Rückraum traf. In den letzten Minuten ließ die SG die Zügel merklich schleifen. Der Sprung auf den zweiten Tabellen-Rang wurde letztendlich um zwei Törchen verpasst.

VfL Pfullingen-Stuttgart – SG Flensburg-Handewitt 27:33 (14:21)
VfL Pfullingen-Stuttgart: Nowak, Stojanovic – Gaugisch (3), Bräuning (1), Bader (1), Kromer (2), Stojkovic, Stevic (4/1), Navarin (4/1), Breitenbacher, Kust (2), Nartey (2), Blank (5), Baran (3)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (ab 21.), Holpert – Solberg (3), Lackovic (3), Nielsen, Bastian, Sprem (2), Jensen (2), Christiansen (4/1), Lijewski (5), Boldsen (3), Kos (8), Knudsen (3)
Schiedsrichter: Prang/Reichl (Köln/Bergheim); Zeitstrafen: 10:10 Minuten (Gaugisch 6, Kromer 4 – Lackovic 4, Knudsen 4, Solberg 2); Rote Karte: Gaugisch (35., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 3/2:2/1 (Beutler hält gegen Navarin –Bastian wirft am Tor vorbei); Zuschauer: 2400
Spielverlauf: 3:0 (4.), 5:2 (8.), 6:4 (11.), 6:9 (15.), 8:12 (19.), 11:17 (24.), 13:20 (28.) – 14:22 (33.), 19:25 (42.), 20:31 (50.), 23:31 (53.), 25:33 (57.)

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