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Erster Schritt nach Hamburg

Das Erfreulichste zum Anfang - die SG Flensburg-Handewitt hat mit einem 34:28-Erfolg gegen den Wilhelmshavener HV die 3. Runde um den DHB-Pokal erreicht. Allerdings erreichte der Cupverteidiger gegen den Liga-Konkurrenten kaum einmal Höchstform. Wie schon im Liga-Spiel vor 14 Tagen bot der Deutsche Meister eine eher durchwachsene Leistung, Licht und Schatten wechselten sich in der nur halbgefüllten Campushalle häufig ab. "Wir haben wirklich schlecht gespielt. Das war nicht einmal 50 Prozent", gestand Kreisläufer Jonny Jensen.
SG-Trainer Kent-Harry Andersson nutzte den erneuten Auftritt gegen den Außenseiter aus Niedersachsen, um Spieler wie Marcin Lijewski und Blazenko Lackovic besser ins Team zu integrieren. Nach einem starken Beginn der Stammformation und vielversprechenden 7:4 (8.)- und 11:6-Führungen (15.) kam mit den Einwechslungen von Marcin Lijewski für Kaupo Palmar, Blazenko Lackovic für Glenn Solberg und Jonny Jensen für den angeschlagenen Andrej
Klimovets ein Bruch ins bis dahin dominante Angriffsspiel der Gastgeber.
Zudem machte sich der Torwart-Wechsel auf Seiten der Gäste positiv bemerkbar. Hatte Fabian Kehle keinen Ball an die Finger bekommen, avancierte Adam Weiner zum großen Rückhalt des WHV. Die spielerische Linie war bei der SG nun endgültig verloren gegangen, Einzelaktionen und viele technische Fehler prägten das Spiel des Favoriten und auch von den Rängen kam nur wenig Unterstützung.

Joachim Boldsen: Ab durch die Mitte!

Wilhelmshaven entpuppte sich wie schon vor zwei Wochen als moralisch gefestigter Gegner, deckte vor allem im Mittelblock der SG-Abwehr Schwachstellen auf und verkürzte bis zur Pause auf 15:18. Auch im zweiten Durchgang glich der Auftritt des Pokalverteidigers zunächst eher einer farblosen Pflichtvorstellung der Marke "mühsamer Arbeitssieg". Kaum hatte das SG-Angriffskombinat mit einem sehenswerten Spielzug die WHV-Abwehr aus den Angeln gehoben und das Publikum verzückt, folgte prompt ein Fehler, der auch Kent-Harry Andersson dazu bewog, sich die Haare zu raufen.
Mit einigen Tempogegenstößen und sehenswerten Spielzügen setzte sich die SG zunächst auf 21:17 (36.) ab, ließ dann wieder nach und wurde prompt von den Niedersachsen bestraft. Beim 21:19 (38.) und 22:20 (39.) und 27:26 (48.) schien der Gast sogar das Spiel auf des Messers Schneide treiben zu können. Erst der eingewechselte Jan Holpert wusste das Signal zu setzen, um die Weichen endgültig auf Sieg zu stellen. An seinen Paraden richtete sich die gesamte Mannschaft auf. Dank der ausgesprochenen Torlaune von Lars Christiansen erlebten die Fans in der Campushalle noch eine standesgemäße Schlussphase. Beim 31:26 (53.) war die Partie endgültig gelaufen. Der Rest bis zum 34:28-Endstand konnte die enttäuschten SG-Anhänger dann wohl aber doch nicht über einen mageren Auftritt hinwegtrösten.