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Die Spitze bleibt ganz im Norden

27.11.2013 -DKB Handball-Bundesliga: 32:24 – SG erklimmt auch die Alb

Die SG Flensburg-Handewitt hat die Tabellenspitze in der DKB Handball-Bundesliga verteidigt. Am Abend behauptete sie sich beim HBW Balingen-Weilstetten mit 32:24 (16:13) und schaffte damit auch einen geglückten Monatsabschluss. „Wir können auf den November wirklich stolz sein", bilanzierte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Mannschaft und Trainer haben wirklich hervorragend gearbeitet. Jetzt hoffen wir, dass wir auch so gut durch den Dezember kommen."

Es war schon fast ein Naturgesetz, dass sich im Schwabenland bestätigte: Ein fulminanter Derby-Sieg lähmt nicht, er sorgt vielmehr für weiteren Rückenwind. Das zeigte sich schon in der Anfangsphase, als die ersten Angriffe der Balinger an der 6:0-Deckung der SG abprallten. Blitzschnell schaltete die SG um, und dann vollendeten Steffen Weinhold, Jacob Heinl sowie Anders Eggert. Nach drei Gegenstößen führte die SG nach nur drei Minuten bereits mit 0:3.

Die Süddeutschen operierten wie erwartet unorthodox mit zwei Kreisläufern. Kurzfristig sah es so aus, als ob sie die SG verunsichern könnten. Nach fünf torlosen Minuten und einem 3:4-Anschlusstreffer der Balinger drückte die SG wieder kräftig aufs Gaspedal. Es folgten prompt fünf ganz starke Minuten, in denen sich die Nordlichter auf 3:9 davonmachten. Die Hausherren probierten es nun mit einem siebten Feldspieler und zauberten sogar einen Kempa-Trick  aufs Parkett. Doch die SG war nicht zu beindrucken und baute den Vorsprung auf 8:15 aus.

Michael Knudsen und Jim Gottfridsson mischten nun mit. Dann schlich sich die eine oder andere Unaufmerksamkeit ein. Die Gastgeber verkürzten auf 11:15, sodass sich SG-Trainer Ljubomir Vranjes zum Einsatz seiner grünen Karte durchrang. Doch so recht fand seine Truppe den bereits entfalteten Schwung nicht wieder. Der 13:16-Pausenstand war nach dem Verlauf der ersten Hälfte gewiss keine zufriedenstellende Ausbeute.

Die Abwehr war gefordert.

Gleich nach Wiederbeginn schloss Balingen aus der zweiten Reihe ab, ehe Drasko Nenadic aus dem Rückraum und Lasse Svan, der bei einem Konter plötzlich das verwaiste Balinger Gehäuse vor sich sah, wieder etwas Druck aus dem Kessel ließen. Als der extra eingewechselte Sören Rasmussen einen Siebenmeter entschärfte, schien alles im Lot. Ein Trugschluss: Auf der Schwäbischen Alb musste weiter arg gerackert werden. Nicht ohne Verluste: Kurzfristig hatten beide Teams jeweils nur noch vier Feldspieler auf der Platte.

Bis zum 18:20 blieben die Südlichter in Lauerstellung. Für eine Wende reichte es aber nicht. Vor allem Steffen Weinhold düste wieder auf Hochtouren. Der Linkshänder ließ sich auch von einer Blessur am Fuß nicht stoppen und sorgte mit drei wichtigen Toren wieder für etwas Luft. „Aufgrund unserer Abwehr haben wir uns letztendlich abgesetzt“, meinte er später ganz bescheiden. „Wir haben uns als Mannschaft gefunden und derzeit einen guten Lauf, dann ist es auch nicht schwer, selbst gute Leistungen zu bringen.“ Als das Polster eine Viertelstunde vor dem Abpfiff das Halb-Dutzend-Format erreicht hatte, waren die Weichen auf Vorentscheidung gestellt. Der Zahn der „Gallier von der Alb“ war gezogen, sodass sogar noch etwas für das Torverhältnis getan werden konnte.

Steffen Weinhold im Sport1-Interview.

HBW Balingen-Weilstetten – SG Flensburg-Handewitt 24:32 (13:16)
HBW Balingen-Weilstetten: Katsigiannis (17 Paraden) – Böhm, König (3), Foth, Tubic, Ettwein (1), Schlinger (4), W. Strobel (1), Theuerkauf, M. Strobel (6), Kintrup (1/1), Billek (6), Liniger (2/2)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (15 Paraden), Rasmussen (1/1 Paraden, bei zwei 7m) – Karlsson, Nenadic (3), Eggert (6/2), Glandorf (1), Mogensen (4), Svan (6), Weinhold (7), Heinl (4), Gottfridsson, Knudsen (1)
Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen); Zeitstrafen: 12:10 Minuten (Böhm 4, Foth 2, Ettwein 2, W. Strobel 2, Billek 2 – Karlsson 2, Eggert 2, Mogensen 2, Weinhold 2, Eggert 2); Siebenmeter: 4/3:2/2 (Liniger scheitert an Rasmussen); Zuschauer: 2300
Spielverlauf: 0:3 (4.), 2:3 (8.), 3:4 (9.), 3:9 (14.), 4:10 (17.), 6:10 (19.), 7:11 (19.), 8:12 (20.), 8:15 (24.), 11:15 (26.), 11:16 (27.) – 14:16 (31.), 14:18 (32.), 15:19 (37.), 17:19 (39.), 18:20 (41.), 18:23 (43.), 19:25 (45.), 20:26 (47.), 22:27 (51.), 23:28 (53.), 23:32 (58.)

Von: ki