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17.05.2011 -Viktor Szilagyi: Die Raute im Herzen – beim Fußball

Spiele gegen den HSV sind stets etwas Besonderes. Diese Aussage würde vermutlich jeder Spieler der SG Flensburg-Handewitt unterschreiben. Einer von ihnen mit einem dicken Ausrufezeichen. Die Rede ist von Spielmacher Viktor Szilágyi, der gegen den HSV stets besonders motiviert ist. So wie zuletzt am 6. April, als die SG in der Campushalle auf den frischgebackenen deutschen Meister traf. Bei Viktor Szilágyi liegt die Motivation auch darin begründet, dass in seiner Brust ein HSV-Herz schlägt. Wie geht das, werden einige SG-Fans jetzt berechtigter Weise fragen. Und bevor jemand falsche Schlüsse zieht sei gesagt: Keine Angst, der Österreicher hat es mit den Fußballern und nicht den Handballern aus der Hansestadt.
Seit mehr als zehn Jahren spielt Viktor Szilágyi in Deutschland – und schon viel länger ist er HSV-Fan. Schuld daran ist nicht etwa ein Landsmann, wie man bei einem Österreicher zunächst vermuten könnte. Nein, der HSV als solcher, als „ein absoluter Traditionsverein" (O-Ton Szilágyi) hat es ihm einfach angetan. „Im Gymnasium hat das angefangen, noch bevor Ernst Happel dort Trainer war", erklärt Viktor Szilágyi, der bereits als kleiner Junge mit dem HSV-Trikot durch die Bezirke Wiens gelaufen ist.
Dies wird in Flensburg und Glücksburg, dem aktuellen Wohnort von Szilágyi, in Zukunft dessen Sohn Ben machen. Den hat Papa Szilágyi nämlich bereits mit seiner HSV-Zuneigung angesteckt und mit einem Trikot der Rothosen eingekleidet. Die beiden waren jüngst gemeinsam im Stadion in Hamburg und sahen das 0:0 gegen Hannover 96. Und sogar noch ein bisschen mehr. Vor der Partie gab es für die beiden eine exklusive Führung durch die Imtech Arena. Und da staunten die Szilágyis nicht schlecht. Als sie kurz vor dem Anpfiff den Innenraum und das Spielfeld betraten, wich der kleine Ben seinem Vater vor lauter Ehrfurcht keinen Zentimeter von der Seite. „Es gibt schon schöne Handball-Hallen, doch so ein Stadion ist einfach beeindruckend", befand auch Szilágyi Senior.
Während es für Ben ohnehin der erste Stadionbesuch in Hamburg war, hat es auch sein Vater in dieser Spielzeit noch nicht öfter geschafft. „Wir haben in dieser Saison Champions League gespielt, da hat es sich leider nicht so oft ergeben. Gegen St. Pauli wollte ich eigentlich schon hin, doch dann fiel die Partie ja leider aus. Und beim Nachholspiel haben wir selber gegen Rheinland gespielt", erinnert sich Viktor Szilágyi.
Und hier schließt sich der Kreis, denn beim DHC, früher als TSV Bayer Dormagen bekannt, spielte Szilágyi einst gemeinsam mit Alexander Bommes, der heute des Öfteren für den NDR vom und über den HSV berichtet. Von einem ehemaligen Mitspieler hat Viktor Szilágyi übrigens auch seinen Spitznamen verpasst bekommen. Und wie sollte es auch anders sein, hat dieser etwas mit einem der ganz Großen des Fußballs zu tun. „Figo“, wird der gebürtige Ungar in Anlehnung an den portugiesischen Weltfußballer  von 2001, Luis Figo, gerufen. „Eigentlich hat ihn Stefan Krebietke kreiert, weil er meinen Namen nicht aussprechen konnte und immer Figo gesagt hat. Ich glaube aber eher, dass es an meinen fußballerischen Künsten im Training liegt", so Viktor Szilágyi, der davon überzeugt ist, dass er „Fußballtorhüter beim HSV" geworden wäre, wenn es mit dem Handball nicht so gut geklappt hätte.

Von: Ruwen Möller