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26.05.2011 -VELUX EHF FINAL4: "Die Sahnehaube und die Kirsche zu der Sahnehaube"

Am Wochenende ist es endlich soweit: Zum zweiten Mal wird in Köln das VELUX EHF Champions League Final4 ausgetragen. 20 000 Zuschauer, 300  akkreditierte Journalisten,  30 TV-Sender, 150 Volontärs, 125 Künstler und Artisten, 100 technische Mitarbeiter, 100 Promoter und Hostessen, 1500 VIP´s, Fans aus 25 Ländern und die vier besten Mannschaften Europas treffen sich in der Domstadt.
"Seit einem Jahr bereiten sich die Verantwortlichen auf dieses internationales Riesen-Event vor", erzählt EHF Kommunikationschef JJ Rowland, der die ganze Stadt in einer Handball-Party Meile verwandeln möchte. "Es sind nicht nur vier Spiele, es ist ein internationales Handballfest in einer Stadt, die längst vom Handballfieber glüht", so Rowland. Die Organisatoren sind bereit. Die Spieler auch. Die größte Handballveranstaltung, die die Welt je gesehen hat, kann beginnen.

 

Rhein-Neckar Löwen: Oliver Roggisch
Der HSV Handball reist mit dem Meistertitel im Gepäck und "relativ entspannt" an, bei euch reden alle vom "Druck". Habt ihr den wirklich?
Oliver Roggisch: Am Anfang der Saison hatten wir ihn nicht, wir haben uns realistische Ziele gesetzt, allerdings haben wir einige Chancen weggegeben. Unsere Mannschaft hat im Pokalwettbewerb nicht überzeugen können und auch der dritte Platz der Bundesligatabelle ist inzwischen unerreichbar. In Köln wollen wir auf jeden Fall das Finale erreichen.
Wir haben Druck. Aber es ist ein positiver Druck!
 
Im Halbfinale spielt ihr gegen den neuen spanischen Meister, den FC Barcelona. Gegen diese Mannschaft habt ihr in der Gruppenphase bereits zweimal überzeugen können. Waren die Katalanen euer Wunschgegner?
Oliver Roggisch: Im Halbfinale der Champions League gibt es kaum einen Wunschgegner. Dennoch muss ich nach einem Sieg und einem Unentschieden sagen, dass uns Barcelona "liegt".  Wir müssen aber auch aufpassen - sie haben inzwischen bestimmt aus ihren Fehlern gelernt und werden uns bestimmt auch nicht mehr unterschätzen.
 
Du bist in Köln in der gleichen Arena mit der Deutschen Nationalmannschaft Weltmeister geworden. Ist es etwas Besonderes für dich, vor dieser Kulisse zu spielen?
Oliver Roggisch: Ich finde es super, dass so ein Wettbewerb in Deutschland stattfindet. Und mit dieser bestimmten Arena verbinde ich auch viele positive Erlebnisse. Obwohl ich nicht glaube, dass ein Austragungsort in Deutschland für deutsche Teams grundsätzlich einen Vorteil bedeutet, freue ich mich auf die vielen Zuschauer, die die Daumen für uns drücken werden. Wenn in den letzten Minuten beide Mannschaften müde sind, können die Zuschauer das Spiel entscheiden!
 
 
FC Barcelona: László Nagy
Ihr seid zum zweiten Mal in Köln. Aus dem Finale habt ihr eine offene Rechnung mitgenommen. Was habt ihr dies Jahr vor?
László Nagy: Wir haben uns am Anfang der Saison zum Ziel gesetzt, in Köln auf jeden Fall dabei zu sein. Dieses Ziel haben wir bereits erreicht. Der Weg zum Final4 war relativ steinig, bereits unter den letzten 16 begegneten wir der Mannschaft von Veszprém, unter den letzten acht Kiel. Der Sieg gegen den THW war sicherlich ein wichtiger Moment und ich hoffe, dass wir dieses Jahr unser Vorhaben aus der letzten Saison realisieren und den Pokal holen können.
 
Wie präsent sind die letzen Minuten des vergangenen Finals noch?
László Nagy: Als wäre das gestern gewesen. Wir haben allerdings aus unseren Fehlern gelernt.
 
Ihr seid der "frischgebackene" Spanische Meister. Habt ihr bessere Chancen?
László Nagy: Ich denke nicht, dass in Köln jemand bessere Chancen hat. Es treffen vier Mannschaften auf sportlicher Augenhöhe aufeinander. Dennoch hoffe ich, dass wir uns am Ende am meisten freuen können. (lacht)
 
Letztes Jahr seid ihr an Kiel gescheitert, dieses Jahr habt ihr die Mannschaft bereits im Vorfeld aus dem Wettbewerb geschmissen. Wer ist diesmal euer stärkster Gegner?
László Nagy: Alle Begegnungen sind anders. Auch die gegen die gleiche Mannschaft. Wir haben uns in der Gruppenphase mit den Rhein Neckar Löwen schwer getan. Ein verlorenes Spiel und ein Unentschieden sind keine guten Ergebnisse. Allerdings hoffe ich sehr, dass wir diese Serie in Köln beenden können, indem wir einfach kompletter spielen. 
 
 
BM Ciudad Real: Árpád Sterbik
Eure Mannschaft ist zum zweiten Mal in Köln, für den HSV und die RNL ist es eine Premiere. Ist das ein Vorteil?
Árpád Sterbik: Das glaube ich nicht. Die deutschen Mannschaften spielen sozusagen in der heimischen Halle, sie werden auch von vielen Fans begleitet. Außerdem haben sowohl der HSV und die Löwen reichlich Champions League Erfahrung und waren bereits in der Nähe des Finals.

Ciudad Real und der HSV ist in den letzten Jahren ein Klassiker geworden. Ihr wart immer ein bisschen besser. Wird es ein Spaziergang?
Árpád Sterbik: Die meisten Begegnungen konnten wir bis jetzt für uns entscheiden, das stimmt. Mit ein oder zwei Toren weiterzukommen, hat aber auch oft mit Glück zu tun. Es wird diesmal auch eine andere Begegnung. Wir spielen zweimal 30 Minuten, die alles entscheiden. Es gibt kein Hin- und Rückspiel oder irgendeine zweite Chance. Zudem spielt der HSV seine bisher stärkste Saison, sowohl in der eigenen Liga als auch im internationalen Wettbewerb.
 
In den Halbfinals stehen zwei spanische und zwei deutsche Teams. Lange wird über die Stärke der Ligen diskutiert. Ist der Wettbewerb auch eine Entscheidung darüber, wer die stärkste Liga der Welt zuhause hat?
Árpád Sterbik: Die Bundesliga ist die kompakteste und stärkste Liga der Welt. Das ist inzwischen unbestritten und hat mit der Tatsache zu tun, dass in Deutschland die untere Tabellenhälfte auch die vermeidlich Großen schlagen kann. Aber auch in Spanien gibt es einige Teams, die die eigene Liga mit gehobenem Haupt repräsentieren können.


HSV Hamburg: Marcin Lijewski
Dein Trainer Martin Schwalb sagte: "Jetzt wollen wir das Ding auch noch". Ist es so? Wollt ihr das Ding?
Marcin Lijewski: Natürlich. Wir sind so einen langen Weg gegangen und es geht hier um eine riesige Trophäe. Wir haben bis jetzt alles hingekriegt und werden auch in Köln alles versuchen!
 
Der HSV Handball trifft im vierten Jahr auf die Mannschaft von Ciudad Real. Es waren immer sehr spannende Spiele, bis jetzt haben die Spanier aber die Nase vorn. Was wird diesmal anders?
Marcin Lijewski: Wir werden gewinnen, weil wir ohne Druck spielen können. Das macht vieles einfacher.
Die Spanier haben gerade die Meisterschaft verspielt und wollen den Champions Leage Pokal, um die Saison zu retten. Ich würde sagen, sie haben es in Köln schwerer...
 
Ihr reist als Deutscher Meister nach Köln.  Ist es ein einfaches Los oder eine schwere Bürde?
Marcin Lijewski: Ich denke, der Meistertitel macht vieles einfacher. Wir wollen einen guten Handball zeigen. Wir spielen für uns und für unsere Fans, die so zahlreich mit nach Köln kommen.
Unser Hauptziel ist bereits erreicht - in Köln könnte die Sahnehaube und die Kirsche zu der Sahnehaube hinzu kommen.

Von: Zita Newerla