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Konter
dkb hbl
Bundesliga: Irgendwann wird jede Festung gestürmt
Patrick Groetzki netzte vom rechten
Winkel aus ein. „Obwohl die Rhein-Ne-
ckar Löwen sehr stark in der Abwehr
standen und einen Niklas Landin
im Kasten hatten, hätten wir einen
Zwei-Tore-Vorsprung mit in die Pause
nehmen können“, meinte Ljubomir
Vranjes später. „Schade, dass uns das
nicht gelungen ist.“
In der zweiten Hälfte setzte sich das
Kopf-an-Kopf-Rennen zunächst fort.
Die 35. Minute bescherte der SG-
Gemeinde ein besonderes Wechselbad
der Gefühle: Jubelstürme, als Sören
Rasmussen einen Siebenmeter von
Uwe Gensheimer parierte. Sorgen, als
Steffen Weinhold mit seiner dritten
Zeitstrafe ausscheiden musste. Ljubo-
mir Vranjes war das Risiko gegangen,
den Linkshänder auch nach der zwei-
ten Hinausstellung auf dem Spielfeld
zu belassen. Steffen Weinhold sollte
den sich mühenden Positionsangriff
und die zweite Welle ankurbeln, da
Holger Glandorf diesmal keinen guten
Tag erwischt hatte.
Trotz dieses personellen Verlustes
war ein Heimsieg möglich. Die SG
w
Es gab in den letzten zwei Jahren kei-
ne so imposante Festung in der DKB
Handball-Bundesliga wie die FLENS-
ARENA. Dort hatte die SG Flensburg-
Handewitt seit dem 7. Dezember 2011
damals gegen den THW Kiel – in 37
Spielen nicht mehr verloren. Doch jede
Serie geht einmal zu Ende. Die Rhein-
Neckar Löwen behaupteten sich dank
einer reifen Leistung mit 27:23. „In
der ersten Hälfte kann ich nur einige
Kleinigkeiten in Abwehr und Angriff
bemängeln“, analysierte SG-Trainer
Ljubomir Vranjes. „In der zweiten
Hälfte war dann leider unsere Offen-
siv-Vorstellung nicht ausreichend,
um dieses Spitzenspiel zu gewinnen.“
Gäste-Coach Gudmundur Gudmunds-
son strahlte: „Das war Handball auf
hohem Niveau, unsere Abwehr und
unser Torwart Niklas Landin waren
Weltklasse.“
Nur die SGW“ – eine Choreographie
in blau-weiß hatte einen denkwür-
digen Handball-Abend eröffnet. Den
ersten SG-Angriff des Jahres 2014
schloss Steffen Weinhold erfolgreich
ab. Die Anfangsphase ging dennoch
an die Rhein-Neckar Löwen. Die „Hölle
Nord“ und die SG stachelten sich aber
gegenseitig an. Anders Eggert traf
zum 10:9. Die zweite Führung über-
haupt – da waren bereits 20 Minuten
absolviert. Drasko Nenadic atmete tief
durch, als der Ball zum 12:10 über die
Linie gesprungen war. Zwar über-
standen die Hausherren danach eine
Unterzahl ordentlich, dennoch reichte
es nicht für eine Halbzeit-Führung:
Eine Choreographie in blau-weiß