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Rhein-Neckar Löwen

In dieser Saison rechnen die Experten mit bis zu sechs Mannschaften, die um die deutsche Meisterschaft kämpfen könnten. Die Rhein-Neckar Löwen müssen naturgemäß als erste genannt werden: Sie erklommen 2016 und 2017 den Thron der DKB Handball-Bundesliga und träumen nun vom Hattrick.

Linkshänder Routinier: Alexander Petersson.

Einen ersten Titel hat der Klub aus Baden bereits verteidigt. Zwar nur einen kleinen, aber immerhin. Vor 6200 Zuschauern in Stuttgart behaupteten sich die Süddeutschen im Pixum Handball Supercup gegen den THW Kiel. Es war eine hochdramatische Angelegenheit, letztendlich musste das Siebenmeterwerfen entscheiden. Die Löwen-Keeper Andreas Palicka und Mikael Appelgren entschärften jeweils einen Kieler Wurf, dann machte Patrick Groetzki, seit einer Dekade im Löwen-Dress, alles klar. „Jetzt wollen wir versuchen, den Schwung mit in die Meisterschaft zu nehmen“, frohlockte der Sportliche Leiter Oliver Roggisch.

Wenn es allerdings um die Titelfrage geht, begeben sich die Löwen gerne in die Underdog-Rolle. „Von allen Spitzenteams haben wir den kleinsten Druck“, meint Trainer Nikolaj Jacobsen. „Wir sind zwei Mal Meister geworden, und eine dritte Meisterschaft in Folge darf man von uns einfach nicht erwarten.“ Er und andere Protagonisten führen gerne – den im Vergleich zu den Nordklubs – überschaubaren Kader und den kleineren Etat ins Feld. Dabei ist finanziell nur der THW Kiel ein wenig enteilt, während die Rhein-Neckar Löwen selbst von der starken Wirtschaftsregion vor Ort und der großen SAP-Arena profitieren.

Kopf der Mannschaft: Andy Schmid.

Und im Kader stehen eine Reihe erlesener Handballer. Allen voran Andy Schmid: Der Eidgenosse zieht das Angriffsspiel der Löwen mit seiner großen Routine gekonnt auf, durchlöchert die gegnerische Abwehr oft wie ein Schweizer Käse. Seit nunmehr zwei Jahren fehlte der 33-Jährige bei keinem Spiel der DKB Handball-Bundesliga. Ende Mai, beim letzten Duell in der FLENS-ARENA, erzielte Andy Schmid in der Schlussphase ganz wichtige Tore, die der SG Flensburg-Handewitt schließlich das Genick brachen.

Den Stamm der erfolgreichen Meisterschaftssieben haben die Löwen fast unverändert halten können. Eine Lücke verursachte das Karriereende von Kim Ekdahl du Rietz im linken Rückraum. Ob Neuzugang Momir Rnic sofort in die Bresche springen kann? „Kim hat in der letzten Saison überragend gespielt“, weiß der Serbe um die großen Fußstapfen seines Vorgängers. Denkbar auch, dass Mads Mensah Larsen mehr gefordert sein wird.

Abwehr-Stratege: Gedeon Guardiola.

Die anderen Neuverpflichtungen gelten eher als Ergänzung. Der Schwede Kristian Bliznac, der einst bei der HSG Wetzlar erste Bundesliga-Erfahrung sammelte, soll die Mittelblock-Akteure Gedeon Guardiola und Hendrik Pekeler entlasten und damit die Defensive stärken. Der schwedische Linksaußen Jerry Tollbring gilt als Alternative zu Routinier Gudjon Valur Sigurdsson und trumpfte bereits beim Super Cup groß auf. Mit seinem Treffer unmittelbar vor der Schlusssirene rettete er seiner Mannschaft das Siebenmeterwerfen. Im Norden bestens bekannt ist Bogdan Radivojevic. Der Rechtsaußen wechselte nach vier Jahren bei der SG gen Mannheim und hofft hinter Platzhirsch Patrick Groetzki auf ausreichend Einsatzzeiten.