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HBW Balingen-Weilstetten

Zuerst waren sie abgestiegen, dann wieder dabei, dann wieder nicht und schließlich bereicherten die „Gallier von der Alb" als 19. Team die DKB Handball-Bundesliga. Nun ist der Klub guter Hoffnungen, den Klassenerhalt auf sportlichem Wege zu schaffen.

Olivier Nyokas findet die Lücke.

Eigentlich galt der HBW Balingen-Weilstetten als unabsteigbar. Doch im Mai waren die Zahlen eindeutig. Der Bergische HC lag über, der schwäbische Kontrahent unter dem Strich. Dann begann allerdings das Gerangel um die Lizenz des HSV Hamburg. Die Süddeutschen rückten wieder in die DKB Handball-Bundesliga auf. Anfang Juli die Kurswende durch das Schiedsgericht der Handball-Bundesliga. Die Hanseaten nutzten die letzte Chance, urplötzlich befand sich Balingen wieder außerhalb der Erstliga-Tore. Damit gaben sich die Schwaben aber keineswegs zufrieden. Sie riefen das Landgericht in Dortmund an und hatten Erfolg: Ihrer einstweiligen Verfügung wurde stattgegeben, das Handball-Oberhaus hatte plötzlich 19 Vereine. Nervenaufreibende Wochen, die nicht jeder so gelassen nahm wie HBW-Trainer Markus Gaugisch. „Seit meiner Unterschrift im September hat sich für mich persönlich eigentlich nicht viel verändert", sagte er. „Damals war nicht sicher, in welcher Klasse der HBW spielt, ebenso wie im Januar oder im Mai."

Der Coach hatte auch ganz andere Sorgen. Er hatte einen gewaltigen Umbruch zu verwalten. Acht Abgängen standen sieben Neuzugänge gegenüber. „Wir wollen wieder auf junge, hungrige Spieler setzen", erklärte HBW-Geschäftsführer Bernd Karrer. „So hatten wir es ja auch geschafft, uns in der Bundesliga zu etablieren." Und die neue Truppe setzte gleich einige Ausrufezeichen, das größte mit einem knappen Sieg gegen den THW Kiel. So bewegten sich anfangs nicht die „Zebras", sondern die Balinger in den obersten Bereichen der Tabelle. Inzwischen haben sich die Verhältnisse normalisiert, der HBW hat aber noch immer Kontakt zum Mittelfeld und hält die Abstiegsränge auf Distanz.

Christoph Theuerkauf: am Kreis nur schwer zu stoppen.

Zwischenzeitlich machten Verletzungssorgen die „Gallier von der Alb" ganz schön zu schaffen. Gerade die rechte Angriffsseite war betroffen. Rückkehrer Dennis Wilke fehlte auf der Außenbahn, und auch die Rückraum-Linkshänder Dragan Tubic und Yann Polydore fielen langfristig aus. Kurzfristig musste sich der HBW wieder auf dem Spielermarkt umschauen. Ins Visier geriet Alexandros Vasilakis. Der Grieche spielte zuletzt in Katar, hatte aber in Wilhelmshaven, Düsseldorf, Magdeburg und Melsungen viel Bundesliga-Erfahrungen gesammelt. Als auch dieser Zwei-Meter-Mann an einer Blessur laborierte, folgte Nachverpflichtung Nummer zwei: Faruk Vrazalic. Der Bosnier half in der letzten Serie beim Absteiger ThSV Eisenach aus.

Trotz dieser Widrigkeiten: In Schwaben sprießt der Optimismus. „Wir wollen den Klassenerhalt diesmal auf dem normalen Weg schaffen", betont Markus Gaugisch. „Wir haben alle Positionen doppelt besetzt und wollen über das Kollektiv zum Erfolg kommen." Dass es aufgrund der einmaligen 19er Staffel diesmal vier Absteiger geben wird, schreckt den HBW nicht. Bernd Karrer: „Jetzt müssen wir beweisen, dass wir auch sportlich in die Bundesliga gehören."