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SG behält an der Wupper kühlen Kopf

(sh:z; Jan Wrege) Die SG Flensburg-Handewitt findet allmählich in die Spur. Mit dem 30:28 (14:13)-Erfolg beim Bergischen HC in der Handball-Bundesliga  holte der Vizemeister einen "Big Point", der nicht unbedingt fest einkalkuliert werden durfte. Hamburg und Magdeburg waren schon beim Aufsteiger gestrauchelt. Auch die SG schien in Gefahr, nachdem in dieser Saison mehrfach der Rückfall in eine alte Schwäche zu besichtigen war: Vermeintlich schwächere Gegner und hohe Führungen trübten das Vermögen, die besten Leistungen abzurufen. Doch in Wuppertal trotzte die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes nicht nur der Tatsache, dass  mit Holger Glandorf einer der wichtigsten Akteure fehlte, sie gab sich auch in Sachen Konzentration und Engagement gegen einen starken Kontrahenten keine Blöße.

Entsprechend erleichtert reagierte der SG-Trainer auf den fünften Auswärtssieg dieser Spielzeit: "Wir sind mit riesigem Respekt in die Partie gegangen, auch weil hier eine geile Stimmung herrscht. Ich bin sehr glücklich über diese zwei Punkte. Die Abwehrumstellung des BHC hat es uns am Ende noch einmal schwer gemacht."

Als sich die Flensburger nach 43 Minuten erstmals etwas deutlicher auf 22:18 abgesetzt hatten, reagierte BHC-Trainer Sebastian Hinze und ordnete eine 5:1-Abwehr an. Tatsächlich konnte der Bergische HC den Spielfluss der SG ein wenig stören. Zudem musste Gäste-Kapitän Tobias Karlsson nach der dritten Zeitstrafe das Feld verlassen. Die Heimmannschaft kam auf 22:24 heran. Doch die Flensburger behielten kühlen Kopf und stellten bis zur 53. Minute den alten Abstand (28:24) wieder her. Den zahlreichen SG-Schlachtenbummlern stockte noch einmal der Atem, als ausgerechnet der sonst so zuverlässige Strafwurf-Spezialist Anders Eggert binnen zweier Minuten gleich zweimal vom Siebenmeterpunkt scheiterte. Doch der Aufsteiger konnte daraus keinen Nutzen mehr ziehen.

Zuvor hatte der BHC deutlich gemacht, warum er nach der Rückkehr in die Bundesliga zum Favoritenschreck avanciert ist. "Die Flensburger haben eine sehr gute Leistung gebraucht, um hier zu gewinnen. Wir haben uns das ganze Spiel an unseren Plan gehalten und gesehen, wie nah man dann dran ist", meinte Trainer Hinze. Die Basis für den Sieg des Favoriten legten wieder eine solide Abwehr, die den Ex-Flensburger Viktor Szilagyi in der BHC-Offensivzentrale leidlich kontrollierte, und ein starker Mattias Andersson im Tor. Vorn schlüpfte Steffen Weinhold nahtlos in die Rolle von Holger Glandorf als gefährlichster Angreifer. Der Linkshänder, der im Pokalspiel gegen Magdeburg in der Effektivität zu wünschen übrig gelassen hatte, glänzte mit acht Treffern. Auch Drasko Nenadic legte halblinks seine Wurfhemmung vom Mittwoch ab. Thomas Mogensen führte torgefährlich Regie, und Rechtsaußen Lasse Svan gelang mit sieben Treffern ein äußerst gelungenes Comeback. So ließen sich der Widerstand der taktisch und kämpferisch gut eingestellten Gastgeber sowie eine heiße Kulisse von 3187 in der ausverkauften Wuppertaler Unihalle gut aushalten.