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„Eine richtig knackige Aufgabe“

(sh:z; Jan Wrege) Zwei Schritte noch bis zur Titelverteidigung – und es wird nicht leichter für die SG Flensburg-Handewitt. Die Füchse Berlin, Gegner im letzten Heimspiel der Saison (heute 18.30 Uhr), rechnet Trainer Maik Machulla zu den Top-Teams  der Handball-Bundesliga. „Ich hoffe, dass alle in der Flens-Arena spüren, dass es ein Spitzenspiel ist. Wir brauchen den Flow von der Tribüne. Das ist eine richtig knackige Aufgabe“, sagt Machulla. Die Situation ist klar: Die SG muss gewinnen, denn dass Verfolger THW Kiel (zwei Punkte Rückstand) gleichzeitig in Lemgo patzt, erscheint  sehr unwahrscheinlich.

Für den Tabellenfünften Berlin ist die Saison noch nicht gelaufen. Das Team von Trainer Velimir Petkovic streitet mit Melsungen und dem Bergischen HC noch um die Startplätze im EHF-Pokal. Zuletzt gelang den Hauptstädtern mit dem 34:33-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen ein wichtiger Schritt. „Die Berliner hatten in dieser Saison Ergebnisse, die nicht ihrem Anspruch entsprechen, aber auch Spiele, die das große Potenzial der Mannschaft zeigten“, meint Machulla.  Der SG-Trainer nennt hier insbesondere die individuelle Klasse von Akteuren wie Paul Drux und Fabian Wiede sowie die starke Füchse-Abwehr mit Torhüter Silvio Heinevetter im Rücken.

Bei seinem eigenen Team, das komplett einsatzbereit ist, vertraut Machulla auf die große Konstanz, die sich durch diese außergewöhnliche SG-Saison zieht. „Es kostet Energie, sich immer wieder bewusst zu machen, dass wir liefern müssen. Aber wir haben in den letzten Wochen auch gegen die Spitzenmannschaften richtig gute Leistungen  gezeigt. Niemand wird unruhig, wenn wir nach zehn Minuten nicht 8:3 führen. Das wäre wünschenswert, muss aber nicht immer sein. Die Mannschaft weiß, dass sie über die 60 Minuten in der Lage ist, auch enge Spiele zu gewinnen“, sagt Machulla.

Vor der großen aktuellen Bedeutung dieses Spiels verblasst ein wenig der historische Moment heute in der Flens-Arena: Tobias Karlsson und Rasmus Lauge bestreiten ihren letzten Heimauftritt in einem Pflichtspiel für die SG. Nach zehn Jahren geht mit Karlsson der beste Abwehrspieler der Liga, nach vier Jahren verlässt Rasmus Lauge den Verein, bei dem er zum Weltstar reifte und in dieser Saison ein Kandidat für die Wahl des „wertvollsten Spielers“ ist. Für Wehmut ist allerdings erst nach der Schlusssirene Zeit.
 
Jubiläum und Abschied: Der SG-Kapitän ist wieder fit. Das hat Tobias Karlsson in Stuttgart eindrucksvoll bewiesen, wo er nach einer im Derby in Kiel erlittenen Rückenverletzung überraschend wieder auf der Platte stand. Damit steht heute dem letzten Pflichtspielauftritt des Abwehrchefs in der Flens-Arena  nichts mehr  im Wege. Zudem ist ein Jubiläum zu feiern. Der Schwede, der am kommenden Dienstag 38 Jahre alt wird, bestreitet sein 500. Spiel für die SG Flensburg-Handewitt und steigt damit in einen sehr exklusiven Club auf, dem bisher erst vier Handballer angehören. Karlssons große Abschiedsgala steigt erst am 10. August im Rahmen des Jacob-Cement-Cups. Schon heute wird es aber nach dem Spiel eine Würdigung im kleineren Rahmen geben, zumal auch Rasmus Lauge sein letztes Heimspiel im SG-Trikot absolviert.