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Machulla fordert Reaktion

(sh:z; Jannik Schappert) Keine Zeit zum Durchatmen: Nach der enttäuschenden 20:23-Niederlage in Celje fielen die Handballer der SG Flensburg-Handewitt erst am frühen Montagmorgen ins Bett, schon am Mittwoch (19 Uhr, Flens-Arena) steht gegen den ukrainischen Meister Motor Zaporozhye die nächste Champions-League-Partie auf dem Programm. Es ist die erste von sechs knackigen Aufgaben, die das Team von Maik Machulla innerhalb von 18 Tagen vor der Brust hat.

Der Trainer hadert mit dem kraftlosen Auftritt seiner Mannschaft in Slowenien, die eines deutschen Meisters nicht würdig war. „Mir war klar, dass Tiefen kommen werden. Aber das war nicht in Ordnung. Hinter das Spiel können wir nicht einfach einen Haken setzen“, betonte Machulla gestern Mittag. Besonders der sorglose Umgang mit Torchancen – der Bundesliga-Tabellenführer vergab alleine zwölf „Freie“ gegen Celje-Keeper Klemen Ferlin – stößt dem 41-Jährigen auf. „Lag es an fehlender Einstellung oder daran, dass wir zu einfache Würfe gewählt haben?“, fragt sich der SG-Coach. Klar ist: Mit einer Trefferquote von gerade einmal 42 Prozent ist weder auf nationalem noch auf internationalem Niveau etwas auszurichten. Noch im Bus auf dem Weg zum Flughafen richtete Machulla deutliche Worte an seine Mannschaft. „Ich will in jeder Sekunde Gier und Siegermentalität sehen.“

Beides ließen die Flensburger in Celje vermissen, stattdessen wirkten die SG-Spieler nach den ersten drei Wochen im Drei-Tage-Rhythmus müde und ausgelaugt. Vor allem Rasmus Lauge und Jim Gottfridsson könnten längere Pausen gebrauchen. Die beiden tragen nach der Verletzung von Göran Johannessen aber die Hauptlast im Rückraum und sind kaum zu ersetzen. Das zeigte sich am Sonntag, als Machullas Wechselspiele nicht zum Erfolg führten. „Ich habe in dem Spiel gelernt, dass es gefährlich ist, zu viel zu rotieren“, meint Machulla selbstkritisch.

Im Spiel gegen Zaporozhye könnte er allerdings unfreiwillig zu Umstellungen gezwungen sein. Jim Gottfridsson zog sich bei einem von den serbischen Schiedsrichtern nicht geahndeten Zusammenstoß mit Celje-Keeper Ferlin einen Pferdekuss am Oberschenkel zu und droht morgen auszufallen. „Er hat Schmerzen. Wir müssen sehen, ob es reicht“, so Machulla. Umso mehr hofft der SG-Trainer auf die Unterstützung der Fans. „Die Jungs brauchen das.“

Wie schon bei der Pleite gegen Zagreb erwarte die Zuschauer gegen die Ukrainer „typischer Ostblock-Handball mit großen, schweren, wurfgewaltigen Spielern“. Am Sonntag ließ das Schlusslicht der Gruppe B aufhorchen, als es beim 31:32 gegen Szeged einen Sechs-Tore-Rückstand fast noch drehte. Um den Anschluss an den Tabellenzweiten aus Ungarn nicht zu verlieren, braucht die SG Punkte. Machulla fordert: „Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen.“