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Gebeutelt, lösungsorientiert und bemerkenswert

(Flensborg Avis; Ruwen Möller) Es ist wie verhext. Nachdem die Verletztenmisere bei der SG Flensburg-Handewitt zwischenzeitlich nur mit Galgenhumor zu ertragen war, nimmt sie jetzt tragische Züge an. Mit Ólafur Gústafsson hat sich bereits der vierte Spieler im linken Rückraum des Bundesligisten verletzt. Nach Arnór Atlason (Achillessehnenriss) fehlt somit auch der zweite Isländer, der im Laufe der Hinserie geholt wurde, um die Ausfälle der Stammspieler Lars Kaufmann (Meniskus-Verletzung) und Petar Djordjic (Kreuzbandriss) zu kompensieren.

"So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. "Uns fehlt nun der fünfte Spieler, der auf halblinks spielen kann". Denn auch Maik Machulla darf nicht vergessen werden. Er ist zwar gelernter Spielmacher, half jedoch auch schon auf der Halbposition aus und fehlt seit Kurzem mit einem gebrochenen Zeh. An dieser Stelle sei außerdem erwähnt, dass Florian von Gruchalla, der zwischenzeitlich für den im November angeschlagenen Lasse Svan Hansen (Zerrung) verpflichtet wurde, gleich bei seinem ersten Einsatz umknickte. Beide sind längst wieder fit, es unterstreicht jedoch, wie heftig die SG in dieser Saison von Verletzungen gebeutelt ist. Gústafsson war am Dienstag beim Abschlusstraining vor dem Pokalspiel in Nordhorn umgeknickt. Die anschließende Untersuchung in der Diako ergab: Außenbandriss im rechten Sprunggelenk und kein Einsatz im Pokal.

Gestern konnte Schmäschke allerdings eine erste vorsichtige Entwarnung geben. "Wir behandeln ihn Tag und Nacht und es sieht schon viel besser aus", so der Geschäftsführer, der zwar keine Prognose abgeben wollte, aber darauf hofft, dass der Isländer in diesem Jahr nochmal spielen kann. "Vielleicht sogar am Wochenende. Florian von Gruchalla hatte eine ähnliche Verletzung und war schnell wieder einsatzbereit", so Schmäschke.

Sollte Gústafsson nicht spielen, wird ihn wohl erneut Thies-Jakob Volquardsen, der im Pokal drei Treffer erzielte, ersetzen. "Wir werden den erneuten Ausfall definitiv mit Boardmitteln auffangen", sagte Schmäschke und schloss weitere Neuverpflichtungen aus. Vorher würde eher Trainer Ljubomir Vranjes ein Comeback geben. Beim Bundesliga-Spiel in Gummersbach hatte der Schwede sich schon auf dem Spielberichtsbogen eingetragen. "Auch in Nordhorn war er bereit, er ist ja noch fit", so Schmäschke, der hervorhob, dass bei der SG nach wie vor niemand resigniert: "Unser Team, der Trainer und das gesamte Umfeld - alle nehmen die derzeitige Situation an und vor allem Vranjes sucht ständig nach Lösungen". Und das mit Erfolg, denn es ist durchaus bemerkenswert, dass die SG zum jetzigen Zeitpunkt in der Liga auf Rang drei, im Pokal im Viertel- und in der Champions League im Achtelfinale steht.