Stripes
Stripes
Archiv

Flensburg will es im dritten Anlauf packen

(sh:z; Jan Wrege) Mit hoher Schlagzahl geht es weiter: Schon zum dritten Mal in dieser Handball-Saison treffen morgen (17.15 Uhr/Eurosport live) die SG Flensburg-Handewitt und HSV Hamburg aufeinander. Für das Champions-League-Duell in der Flens-Arena gibt es nur noch wenige Restkarten, die Gastgeber erwarten ein ausverkauftes Haus und eine heiße Kulisse.  Zweimal standen die Flensburger dicht davor, den HSV zu schlagen, jetzt soll die Rückendeckung der eigenen Fans "die letzten paar Prozente" bringen, die in den beiden Auswärtsspielen fehlten, hofft SG-Trainer Ljubomir Vranjes.

Nach dem 25:25 in der Bundesliga im September gewannen die Hamburger vor einer Woche mit 31:28 und holten sich damit die Tabellenführung (9:1 Punkte) in der CL-Gruppe A vor Medwedi Moskau (7:3) und den Flensburgern (6:4). Damit steht die SG unter Zugzwang, denn angesichts der noch ausstehenden Reisen nach Russland und zum wieder kompletten französischen Meister Montpellier müssen die Punkte zu Hause eingefahren werden. "Wir wollen ins Achtelfinale. Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns", sagt Vranjes.

Beide Teams gehen personell geschwächt aufs Parkett, wobei die Ausfälle der Gastgeber schwerer wiegen als beim HSV das Fehlen der Langzeitverletzten Johannes Bitter, Oscar Carlén und Torsten Jansen. Spielmacher Michael Kraus ist wieder dabei, auch Blazenko Lackovic zeigte schon am vorigen Sonntag, dass er selbst mit gebrochenem Finger eine wertvolle Stütze im Team von Trainer Martin Schwalb ist.

Flensburg hingegen muss ohne die etatmäßigen Halblinken Petar Djordjic, Lars Kaufmann und Arnor Atlason auskommen. Der kurzfristig verpflichtete Olafur Gustafsson darf erst im neuen Jahr in der Champions League eingesetzt werden. Doch während dem HSV in Göppingen mit 26:34 ein Ausrutscher unterlief und Trainer Martin Schwalb daraufhin ankündigte, die Zusammensetzung der Mannschaft zu überprüfen - Kandidaten für eine vorzeitige Trennung sind Marcin Lijewski, Igor Vori, Dan Beutler und Michael Kraus -, tankten die Flensburger in der Woche mit einem 31:21-Sieg beim VfL Gummersbach Selbstvertrauen. Spielmacher Thomas Mogensen sprang in die Bresche auf halblinks, in der Mitte wechselten sich Maik Machulla und Steffen Weinhold ab. Dies wird neben der Variante mit zwei Kreisläufern auch morgen das Mittel sein, mit dem die SG über die Runden kommen will.

Vranjes ist zuversichtlich, dass ein Erfolg möglich ist. "Wir haben in Hamburg echt überragend gespielt, leider waren wir am Ende sehr müde". Dass die kroatischen Schiedsrichter Gubica/Milosevic durchaus nicht unfreundlich mit ihren Landsleuten Vori, Duvnjak und Lackovic umgingen, wollte Vranjes direkt nicht kommentieren. "Wir hatten zum Schluss drei technische Fehler, die nichts mit den Schiedsrichtern zu tun hatten - aber man kann natürlich fragen: Wie kommt man in diese Situation?" Morgen pfeifen Patrick Hakansson und Maths Nilsson aus Schweden, was Vranjes mit einem zufriedenen Lächeln quittiert.

Viel wichtiger als  die Spielleitung ist für den SG-Coach jedoch die Lösung des Rätsels Domagoj Duvnjak. "Er ist fast immer sehr gut gegen uns. Es ist ganz schwer, ihn wegzunehmen. Duvnjak ist Weltklasse", sagte Vranjes, der  sich um den HSV-Spielmacher stets ein paar Gedanken mehr macht.