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Im Wechselbad der Gefühle

(Flensborg Avis; Volker Metzger) Ein Wechselbad der Gefühle durchleben die Handballer der SG Flensburg-Handewit dieser Tage. Zum einen riss bei der bitteren 22:27-Auswärtspleite beim TBV Lemgo die beeindruckende Erfolgsserie von 14 ungeschlagenen Bundesliga-Partien. Zudem droht den Flensburger morgen im Spitzen-Duell bei den Füchsen Berlin (Anwurf 15.45 Uhr) der Verlust der tollen Ausgangsposition im Kampf um die erneute Qualifikation zur Champions League.

Neben dem Aspekt, dass die Vielzahl an Spielen natürlich die Kraftreserven angreifen, gesellt sich die Erkenntnis, dass gerade das Angriffsspiel der Nordlichter derzeit nicht Spitzenniveau erreicht. "Wir bekommen es einfach nicht auf die Platte", brachte es Steffen Weinhold nach der "eiskalten Dusche" in Lemgo auf den Punkt. Eine außergewöhnlich schwache erste Halbzeit bedeutete mit dem 7:14-Rückstand im Grunde schon die Vorentscheidung. Zwar stellte sich ein wenig Besserung ein (20:22-Rückstand nach 54 Minuten), die Wende gelang indes nicht. "Jetzt müssen wir zusehen, dass wir in Berlin punkten und uns unsere weiterhin gute Ausgangsposition erhalten", forderte der Linkshänder.

"Handball kostet eben Kraft. Man muss investieren, um etwas zu bekommen", kommentierte SG-Trainer Ljubomir Vranjes im Anschluss an die schmerzhafte Niederlage. Mit dieser Erkenntnis im Kopf will die SG die drei Tage Vorbereitung auf das Topspiel in Berlin nutzen. Schließlich muss nach zuletzt drei weniger überzeugenden Auftritten der Hebel auf Endspurt umgelegt werden. Denn wie sagte es SG-Torhüter Mattias Andersson vor dem Auftritt in Lemgo so treffend. "Man hat in den Spielen gegen die Löwen und gegen Velenje ja gesehen, dass wir noch Luft nach oben haben." Ein Umstand, der nach dem Lemgo-Spiel noch deutlicher geworden ist.

An das Hinspiel im hohen Norden mag sich bei den Füchsen Berlin niemand mehr erinnern. Mit 18:29 unterlag der Hauptstadt-Club in der Hinrunde bei der SG Flensburg-Handewitt. Wenn beide Spitzenteams morgen in Berlin erneut aufeinandertreffen, geht es aber um mehr als nur eine Revanche. Es ist das Ringen um Tabellenplatz drei, der am Ende der Saison die Teilnahme an der Champions League garantiert.

Beim Tabellenvierten aus Berlin ist nach dem jüngsten 30:24-Sieg bei der MT Melsungen die Zuversicht eingekehrt, wieder auf direktem Weg die Königsklasse in der kommenden Saison zu erreichen. "Mit der Niederlage von Flensburg in Lemgo haben wir am Sonntag nicht nur die Möglichkeit, den vierten Platz zu verteidigen, sondern auch in Richtung dritten Platz zu schauen", sagte Füchse Kapitän Torsten Laen. "Zudem haben wir noch eine Rechnung offen und wollen uns für die deutliche Niederlage im Hinspiel revanchieren."

Für das Duell mit den Norddeutschen, die momentan zwei Minuspunkte weniger als die Berliner auf dem Konto haben und noch ein Nachholspiel bestreiten müssen, setzen die Gastgeber auf die Atmosphäre in eigener Halle. "Wir haben die volle Max-Schmeling-Halle und ein bisschen Frust bei den Zuschauern seit Madrid. Hoffentlich muss der Frust raus am Sonntag", meinte Coach Dagur Sigurdsson. In der Königsklasse schieden die Berliner nach dem 26:27 gegen Atlético Madrid im Achtelfinale aus. Nun soll es gegen die SG besser laufen.