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Teuer erkaufter Sieg über Göppingen

(sh:z; Hans-Werner Klünner) Nächster Sieg und nächste Hiobsbotschaft für die SG Flensburg-Handewitt: Im Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen zog sich Nationalspieler Steffen Weinhold bereits nach 50 Sekunden bei einem Zusammenprall mit Gäste-Torhüter Tomas Mrkva einen Nasenbeinbruch zu. Der Linkshänder kehrte jedoch nach zehnminütiger Behandlungspause wieder aufs Spielfeld zurück, hielt bis zum Schluss durch und verhalf dem deutschen Vizemeister zum sicheren 29:25 (18:12)-Erfolg, dem sechsten Sieg in Serie in der Handball-Bundesliga.

Bereits auf der Bank hatte SG-Mannschaftsarzt Dr. Torsten Ahnsel einen Bruch des Nasenbeins diagnostiziert. Die Bestätigung brachte eine anschließende Röntgenuntersuchung im Krankenhaus. "Es ist ein glatter Bruch", sagte Ahnsel gestern. "Aber Steffen geht es schon wieder besser, die Schwellung klingt bereits ab. Er wird auf jeden Fall mit nach Nettelstedt fahren." Morgen um 20.15 Uhr gastiert die SG beim Tabellenzwölften und braucht dort jeden Mann. Denn erst in der vergangenen Woche hatte sich Neuzugang Olafur Gustafsson im Training einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zugezogen. Damit verfügt die SG nach der Verletzung nur noch über zwei gesunde Rückraumspieler: Thomas Mogensen und Holger Glandorf. "Das Spiel in Nettelstedt wird ganz schwer. Aber bis Weihnachten müssen wir uns durchwursteln", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke. "Und ich glaube, wir schaffen das auch."

Größten Respekt verdiente sich die SG auch am Sonnabend gegen Göppingen. Die Gastgeber steckten den kurzfristigen Ausfall Weinholds einfach weg. Thies-Jakob Volquardsen rückte an seine Stelle, feierte damit sein Bundesliga-Debüt und machte seine Sache ordentlich. Bis zum 4:3 (7.) blieben die Süddeutschen auf Tuchfühlung, dann zog die SG  dank einer kaum zu überwindenden Abwehr, eines erneut überragenden Mattias Andersson im Tor (21 Paraden) und eines Holger Glandorf in Torlaune (10 Treffer) auf 15:8 (23. Minute) davon. Auch im zweiten Durchgang war die SG jederzeit Herr der Lage, auch wenn den Gastgebern aufgrund der wenigen Wechselmöglichkeiten am Ende etwas die Puste ausging. Der Sieg geriet jedoch nie in Gefahr.

"Gerade die erste Halbzeit hat mir sehr gut gefallen", lobte Trainer Ljubomir Vranjes seine Spieler. "In der Abwehr hatten wir uns vor dem Spiel ein paar Dinge vorgenommen - und die haben geklappt." Der Schwede musste allerdings auch einräumen, dass die Partie "viel Kraft" gekostet hat.  Das konnte Holger Glandorf nur bestätigen. "Ich war schon nach 20 Minuten platt. Und in der zweiten Halbzeit hat man es bei allen gesehen", sagte der Nationalspieler.

Für Thomas Mogensen war der Sieg eigentlich viel deutlicher ausgefallen, als das Ergebnis aussagte. "Wir waren viel besser als Göppingen. Aber es ist schwer, bei unseren Personalproblemen immer die richtige Balance zwischen Gas geben und drosseln zu finden. Da hat manchmal die Konzentration im Abschluss gefehlt."

Drei Mal müssen die Flensburger bis zur WM-Pause noch ran. Die Personallage wird sich bis dahin kaum entspannen, auch wenn Gustafsson am Dienstag in Nettelstedt voraussichtlich wieder dabei sein wird. "Wir müssen aufpassen", meinte Thomas Mogensen. Vor allem, was die eigenen Kraftreserven anbetrifft.