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Flensburg mit Remis noch gut bedient

(sh:z; Hans-Werner Klünner) Das Final Four erreicht und mit dem TuS N.-Lübbecke auch noch ein Glückslos für das Halbfinale erhalten -  jetzt kann sich die SG Flensburg-Handewitt in den nächsten zwei Monaten ganz auf die Handball-Bundesliga und den Europapokal der Pokalsieger konzentrieren. Das wird auch nötig sein, denn allein im März stehen sieben Begegnungen auf dem Terminkalender. Erster Gegner ist heute (19 Uhr, Campushalle) der TV Großwallstadt. "Das Spiel möchte ich gewinnen", sagt Trainer Ljubomir Vranjes. "Denn ich möchte den März mit einem Sieg beginnen."

Vor der Vorbereitung auf die heutige Partie stand für Trainer und Mannschaft jedoch die Nachbereitung des Pokalspiels gegen den TV Neuhausen, nach dem die Spieler heftige Kritik von Geschäftsführer Holger Kaiser hatten einstecken müssen. "Auch ich war sauer", gestand Vranjes. "Aber ich glaube, dieses Spiel ist etwas überbewertet worden. Wir haben das Spiel gewonnen und das Final Four erreicht, damit muss der Verein zufrieden sein. Schließlich gibt es dafür eine Menge Geld."  Bei dem harten Programm müsse auch einmal eine schwächere Leistung akzeptiert werden. Deshalb stellte sich der sportliche Leiter vor seine Mannschaft.  "Die Spieler sind schließlich keine Maschinen."  Er versuche vielmehr das Positive aus dem Pokalspiel und dem Unentschieden zwei Tage zuvor in Melsungen mitzunehmen. "Und da habe ich eine gute Abwehr gesehen und auch im Angriff einige gute Sachen, auch wenn wir in einigen Bewegungen zu bequem waren. Daraus müssen wir lernen und gegen Großwallstadt einen weiteren  Schritt nach vorne machen."

Unterstützung in seiner Einschätzung erhielt der Trainer von Geschäftsführer Dierk Schmäschke.  "Die Spieler wissen, worauf sie zu achten haben. Sie sind Profis, müssen sich der Kritik stellen und danach versuchen, es besser zu machen. Wer das nicht tut, wäre hier falsch." Gegen den TV Großwallstadt wollen die Spieler Wiedergutmachung betreiben. Das war gestern im Abschlusstraining deutlich spürbar. "Wir müssen abliefern", unterstrich Vranjes. "Aber es muss auch Spaß machen, eine neue Aufgabe zu lösen."

Gegen den TVG erwartet der Trainer eine deutlich bessere Einstellung als am Dienstag und eine aggressive Abwehr. "Denn es wird wie in der Hinrunde ein enges Spiel geben." Am 30. September hatten sich die Flensburger ihren 21:20-Erfolg schwer erkämpfen müssen. Garanten war für die zwei Punkte waren damals eine stabile Abwehr und ein überragender Mattias Anersson. "Mattias wird gegen den TVG wieder anfangen", legte sich Vranjes bereits gestern fest. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, spielte  der Schwede doch bis zum vergangenen Sommer selbst in Großwallstadt. Er kennt die Wurfbilder der gefährlichen Rückraumschützen Stefan Kneer, der  zum Saisonende nach Magdeburg wechselt, und   Steffen Weinhold aus dem Effeff.

"Wir sind gut vorbereitet", sagte Vranjes im Brustton der Überzeugung. Auch auf eventuelle Deckungsvarianten des TV Großwallstadt. "Und wir wollen unseren Heimvorteil nutzen." Personell hat der SG-Trainer keine Sorgen. Bis auf die Langzeitverletzten Jacob Heinl und Lars Bastian sind alle Mann an Deck.